Sie ist eine der prägendsten Figuren des zeitgenössischen Jazz: Die Schlagzeugerin Terri Lyne Carrington hat als Wunderkind begonnen, wird später als erste Frau überhaupt mit einem Grammy für das beste instrumentale Jazzalbum geehrt. Und setzt sich als Dozentin für eine gendergerechte Musikszene ein
Mit fünf trommelt Terri Lyne zum ersten Mal auf einer Profibühne, mit elf bekommt sie ein Stipendium für das renommierte Berklee College of Music. Mit knapp zwanzig gehört sie zu den gefragtesten Jazz-Drummern weltweit, spielt jahrelang mit Legenden wie Wayne Shorter und Herbie Hancock. Später tut sie sich mit der Innovatorin Esperanza Spalding zusammen und gründet mit «The Mosaic Project» eine weibliche Supergroup. Als Dozentin setzt sich Carrington für einen Jazz ohne Patriarchat ein. Am Berklee College gründet sie das «Institute of Jazz and Gender Justice» und gibt dort unter anderem ein neues Realbook heraus, diesmal exklusiv mit Kompositionen von Frauen. Etwa die Hälfte der Studierenden an Carringtons Institut sind Männer. Denn für einen «Jazz ohne Patriarchat» braucht es eine gerechtere Zukunft für alle Geschlechter.
In der Jazz Collection diskutiert Annina Salis mit Eva Klesse. Die Leipziger Schlagzeugerin hat gerade den Deutschen Jazzpreis als «Künstlerin des Jahres» erhalten und war im Bereich Jazz die erste weibliche Instrumentalprofessorin Deutschlands überhaupt.
Die gespielten Titel:
Interpret:in: Titel (Album/Label)
- Herbie Hancock: Cotton Tail (Gershwin's World / Verve 1998)
- Terri Lyne Carrington: St. Thomas (TLC & Friends / Candid Records 2023, rec. 1981)
- Terri Lyne Carrington: Blackbird (Real Life Story / Verve Forecast 1989)
- Terri Lyne Carrington: Echo (Mosaic Project / GrooveJazz Media 2010)
- Terri Lyne Carrington: Grass Roots (Money Jungle. Provocative in Blue / Concord Jazz 2013)
- Terri Lyne Carrington & Social Science: Pray the Gay Away (Waiting Game / Motéma)
- Terri Lyne Carrington: Throw It Away (New Standards Vol. 1 / Candid Productions 2022)
- Terri Lyne Carrington & Christie Dashiell: Freedom Day (Part 1) (We Insist 2025! / Candid Productions 2025)
Jazz
Jazz Collection Folgen
Wir stellen die Grossen des Jazz und verwandter Musiksparten in exemplarischen Aufnahmen vor – im Gespräch mit Gästen, die sich bestens auskennen im weiten Feld von Blues bis World. Analysen haben hier ebenso Platz wie Anekdoten.
Folgen von Jazz Collection
14 Folgen
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Folge vom 08.07.2025Terri Lyne Carrington – Schlagzeugerin, Wegbereiterin, Aktivistin
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Folge vom 24.06.2025Oscar Peterson - Tastenmeister aller GewichtsklassenVor 100 Jahren kommt Oscar Peterson zur Welt Der unerbittliche Swing in federleichten Linien ebenso wie in brachialen Block-Akkorden, die schiere Präsenz, die mühelose Meisterschaft am Flügel: In seinem Fach kann dem sanften Monsterpianisten Oscar Peterson bis heute niemand das Wasser reichen. Und so bietet seine Musik endlos Futter auch für die Gen Z. Was seine grossartigen Trios mit und ohne Schlagzeug ausmacht, warum die phänomenalen Solo-Aufnahmen heute noch wie Findlinge in der Jazz-Landschaft stehen und wie die gewinnende Jazz-Vermittlung aus zahlreichen Fernseh-Shows auch auf social media nach wie vor funktioniert, das diskutiert der junge Jazzpianist Grégoire Gedlek in der Jazz Collection mit Jodok Hess. - - Die gespielten Titel: Interpret:in: Titel (Album / Label) - Oscar Peterson: Fine and Dandy - When Lights Are Low (The Will to Swing / Verve) - Oscar Peterson: I've neverBeen in Love Before (Live from Chicago / Verve) - Oscar Peterson: Perdido (My Favorite Instrument / MPS Records) - Oscar Peterson: A Child is Born (The Will to Swing / Verve; ursprünglich: Tracks / MPS Records) - Oscar Peterson: Dizzy Atmosphere (Oscar Peterson & Dizzy Gillespie / Pablo) - Oscar Peterson: Sunny (Motions & Emotions / MPS Records) - Oscar Peterson: Hymn to Freedom (Night Train / Verve)