Der Europapark in Rust feiert sein 50 Jahre Jubiläum. Was viele nicht wissen: Dort gibt es gleich mehrere Kirchen. Hier kümmern sich Seelsorger um das Seelenheil der Gäste. Fun und Religion – wie funktioniert dieses Joint Venture?
Achterbahnen, Piratenwelten, Popcorn und Zuckerwatte und mittendrin eine Kirche. Die norwegische Stabkirche steht im Europapark in der Themenwelt Skandinavien: eine Oase der Stille mitten im Trubel. Die Holzkirche ist der Arbeitsort von Diakonin Andrea Ziegler von der Evangelischen Landeskirche Baden. Gemeinsam mit dem römisch-katholischen Diakon Thomas Schneeberger von der Erzdiözese Freiburg ist sie für das Projekt «Kirche im Europapark» zuständig. Die beiden feiern jedes Jahr mit Gästen im Europapark mehr als 100 Taufen, Hochzeiten und Ehejubiläen.
Der Europapark feiert 2025 seinen 50. Geburtstag. Er ist bis heute in Familienbesitz. Die Familie Mack ist religiös und dies hat die Gestaltung des Freizeitparks beeinflusst. Die Kirchen sind nicht nur dekorative Elemente, sondern aktive religiöse Orte. Mittendrin der ehemalige Schweizer Zirkuspfarrer Ernst Heller. Er ist dem Europapark und der Gründerfamilie Mack seit mehr als 30 Jahren verbunden. Hier ist seine zweite Heimat, so wie für viele Gäste, die den Europapark und die Kirchen auf dem Gelände immer wieder besuchen.
Wie kommt die Religion, wie kommen die Kirchen in den Europapark? Was bieten Seelsorgerinnen und Seelsorger hier an? Und wie gehen Konsum und Highspeed-Erlebnisse und Religion zusammen? Ein spiritueller Roadtrip durch den Europapark Rust.
Autor: Norbert Bischofberger
Erstausstrahlung: 08.12.2024
Religiös
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Perspektiven aufs Leben. Der wöchentliche Podcast von SRF Kultur rund um Religion, Spiritualität und Ethik. Hier haben Glaube, Zweifel und Hoffnung Platz. Wir erzählen, erklären, debattieren und sinnieren. Immer nah am Menschen und den grossen Fragen auf der Spur.
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50 Folgen
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Folge vom 24.05.2025Wie die Religion den Europapark eroberte (W)
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Folge vom 17.05.2025Heilige Wiborada: eingesperrt und gleichzeitig frei?Die heilige Wiborada liess sich im 10. Jh. in eine Klause einsperren. Sie wollte sich ganz Gott widmen. Gleichzeitig blieb sie mit der Welt verbunden. Bis heute inspiriert das: Menschen lassen sich für eine Woche einsperren und eine neue Erzählung spürt dem mittelalterlichen Frauenleben nach. Die heilige Wiborada verbrachte ihre letzten zehn Lebensjahre bei St. Gallen, auf eigenen Wunsch eingesperrt in einer kleinen Klause. Menschen suchten die Inklusin auf und baten um Rat. Den wichtigsten Rat gab sie Abt Anglibert, indem sie ihn frühzeitig vor dem sogenannten Ungareneinfall im Jahr 926 warnte. So konnten Menschen, die Klosterbibliothek und der Kirchenschatz gerettet werden. Sie selbst wurde von den einfallenden Ungaren allerdings in ihrer Zelle erschlagen. Als erste Frau wurde Wiborada heiliggesprochen, im Jahr 1047 durch Papst Clemens II. Heute zählt sie zu den Schutzheiligen St. Gallens und inspiriert mit ihrer Spiritualität zwischen Selbst- und Weltbezug. Denn: Wie können Menschen emotionale Sicherheit finden in einer Welt, die aus den Fugen zu geraten scheint? In der Sendung kommen zu Wort: · Gabriel Imhof, Podcaster und Religionspädagoge i.A., liess sich 2024 in der nachgebauten Wiborada- Zelle einschliessen und erzählt von seinen Erfahrungen · Moni Egger, röm.-kath. Theologin und Märchenerzählerin, erzählt basierend auf den Heiligenlegenden von Wiborada das mittelalterliche Frauenleben neu · Hildegard Aepli, röm.-kath. Theologin, hat das Wiborada-Projekt in St. Gallen initiiert Autorin: Léa Burger