
Feature
Auf den Spuren von Aby Warburg bei den Pueblo-Gesellschaften
Der Autor Egon Koch untersucht die Lebenswelt der Pueblo-Gesellschaften und fragt nach dem unterschiedlichen Verständnis von Wissen zwischen westlicher und indigener Kultur. Ihre wichtigste Überlebensdevise ist die Geheimhaltung. Nur wie, im Zeitalter des Internets?
Die 22 Pueblo-Gesellschaften in den USA untersagen mit Schildern jegliche Aufnahmen an ihren Orten. Diese Maßnahme geht auf den berühmten Kunsthistoriker Aby Warburg zurück. Im Jahr 1895/96 reiste Warburg durch den Südwesten der USA, um Material für seine Studie zur Entstehung symbolischer Kunst zu sammeln.
Dabei kaufte er Kunstgegenstände und betrat heilige Räume sowie zeremonielle Tänze, die er fotografierte, wie es bei Anthropologen zu jener Zeit üblich war. Diese Verletzungen beschwor bei den Indigenen jedoch ein Misstrauen herauf. Infolgedessen erließen die Hopi in den 1920er-Jahren ein Fotografier- und Filmverbot für heilige Zeremonien, während die Cochiti schon seit der spanischen Kolonialisierung ihre Rituale im Geheimen abhielten.
Der Autor Egon Koch verfolgt ähnlich wie Aby Warburg dessen Spuren und fragt nach der Lebenswelt der Pueblo-Gesellschaften. Eine Frage, die sich dabei stellt: Liegt es wohl an dem unterschiedlichen Wissensverständnis, dass westliche und indigene Kultur bis heute aufeinanderprallen? Geheimhaltung ist für die Pueblo-Gemeinschaften die oberste Überlebensdevise. Doch wie lässt sich diese Tradition im Zeitalter des Internets bewahren?
"Auf den Spuren von Aby Warburg bei den Pueblo-Gesellschaften" im Überblick
Auf den Spuren von Aby Warburg bei den Pueblo-Gesellschaften
von Egon Koch
Mit Daniel Berger, Sebastian Schlemmer, Judith Jakob, Peter Harting, Bruno Winzen
Produktion: 2024
| Sendezeit | Di, 05.05.2026 | 22:03 - 23:00 Uhr |
| Sendung | Deutschlandfunk Kultur "Feature" |