Es ist die größte Zäsur in der Geschichte der Stahlindustrie. Deutschlands CO2-Produzentin Nummer eins muss jetzt die Dekarbonisierung einleiten. Allein ein einziger Hochofen ist so schmutzig wie 2,5 Millionen Autos. Für die erfolgreiche Transformation sind viele Fördermilliarden, viel grüner Wasserstoff, viel grüner Strom und ein Denken in Materialkreisläufen nötig. Theoretisch stehen die Pläne, auf dem Papier klappt alles. In der Realität hakt es noch an zentralen Stellen. Vor allem die Kapazitäten der grünen Energieversorgung machen der Industrie Sorgen. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Er ging mit 18 auf die Jagd, sitzt schon beim Bewerbungsgespräch am liebsten auf den Stuhl des Chefs, benutzt Flugreisen als Karrieresprungbrett, hat den Elchtest bestanden, präsentiert das beste Halbjahresergebnis der Firmengeschichte und beklagt sich über zu lange Genehmigungsverfahren in Deutschland. Gunnar Gröbler ist seit 2021 CEO von Deutschlands zweitgrößtem Stahlkonzern Salzgitter mit einem Umsatz von rund 9 Milliarden Euro.
Groebler hat mir erzählt, warum grüner Stahl wettbewerbsfähig sein wird, Schrott das neue Gold ist, Genehmigungsverfahren im Ausland deutlich besser organisiert sind, Salzgitter das Gas nicht ausgeht und er im Frack vor dem schwedischen König stand.
Unsere aktuelle Titelgeschichte:
Deutschland gehen die Arbeitskräfte aus. Das kostet Wachstum und Wohlstand – wenn Politik und Wirtschaft jetzt nicht aufwachen. Wer baut künftig Windräder und Wärmepumpen? Wer pflegt die Alten, pampert die Boomer? Zehn Wege aus dem Personalmangel.
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Wirtschaft
Chefgespräch | Der True-Success-Podcast Folgen
Varinia Bernau (Ressortleiterin Management & Karriere) und Konrad Fischer (Ressortleiter Unternehmen & Technologie) diskutieren im Wechsel mit den wichtigsten Familienunternehmern, Top-Managerinnen und CEOs Deutschlands, wie es in der aktuellen Situation gelingt, erfolgreich ein Unternehmen zu führen – und wie sie selbst erfolgreich wurden. Dabei geben die Gäste faszinierende und unterhaltsame Einblicke in ihr Leben – als Inspiration für Ihren Karriereweg. Logodesign: Patrick Zeh
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338 Folgen
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Folge vom 02.09.2022Salzgitter-Chef Groebler: „Die gesamte Industrie hat Demut gelernt“
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Folge vom 26.08.2022HHLA-Chefin Titzrath: „Fingerhakeln gehört nach Bayern“Eine Blechkiste ist das Symbol der Globalisierung. Standardcontainer bilden die DNA eines funktionierenden Welthandels – sofern sie zur richtigen Zeit in der richtigen Menge am richtigen Ort sind. Doch das funktioniert schon lange nicht mehr. Das Logistiksystem steuert auf den Infarkt zu. Krieg, Corona-Lockdowns in China, Fachkräftemangel, Sanktionen oder marode Bahnen stören die Lieferketten. Pünktlichkeit gibt es nicht mehr. Entweder stehen zu viele Container rum oder gar keine. Die Allianzen der Reeder werden in diesem Chaos immer reicher und mächtiger, Deutschlands größter Hafen dagegen immer ohnmächtiger – ganz zu schweigen von Hamburgs Bedeutungsverlust gegenüber Rotterdam und Antwerpen. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Sie verbrachte die halbe Jugend mit einer Querflöte, machte bei Mercedes Karriere, liebt Rührei mit Krabben, hielt im Vorstand der Post nicht lange durch, wurde einst als „Hamburgs teuerste Azubine“ bezeichnet, gilt heute als Königin der Logistik und ist überzeugt, dass sich die Wirtschaft eines Landes nicht verstehen lässt, wenn man nicht auch dessen Kultur und Geschichte kennt. Angela Titzrath führt seit 2017 als Vorstandsvorsitzende die Hamburger Hafen und Logistik AG. Titzrath erzählt mir, warum Robert Habeck ihren Deal mit der chinesischen Reederei Cosco in Frage stellt, LKWs auch am Sonntag fahren sollten, das Baustellenmanagement der Deutschen Bahn nervt, die Reeder zu viel Macht besitzen und sie im Himalaya klettern will. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Das Risiko, in China nicht dabei zu sein, ist größer als das Risiko, dabei zu sein? Das war einmal. Der einstige Sehnsuchtsstandort deutscher Manager wird zum Klumpenrisiko. Wirtschaft und Regierung spielen den Exit durch. https://www.wiwo.de/my/politik/ausland/deutschlands-schicksalspartner-raus-aus-china/28624758.html [wiwo+] Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
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Folge vom 19.08.2022Cum-Ex-Versteher Fabio de Masi: „Das ist eine Form der organisierten Kriminalität“Er wuchs auf einem Schloss auf, putzte Toiletten im Techno-Club, studierte Volkswirtschaft in Südafrika, liebt den Großvater für seinen Partisanenkampf gegen die Faschisten, steht auf klassische Rennräder, hängt sich Papst Franziskus und Mohammad Ali ins Büro, vernachlässigt mitunter seinen Sohn, serviert den besten Espresso und ist überzeugt, dass die Politik zu oft in einer Blase lebt. Fabio de Masi war bis 2021 im Deutschen Bundestag der stellvertretende Vorsitzende der Fraktion Die Linke und gehört heute zu den bekanntesten Finanzmafia-Verstehern des Landes. Er weiß fast alles über Cum Ex, Wirecard & Co. Und er grillte höchstpersönlich Olaf Scholz in einem Untersuchungsausschuss. De Masi erzählt mir, warum Scholz sich im Fall Warburg der politischen Einflussnahme schuldig gemacht hat, sein Großvater geheime Botschaften in Salamis schmuggelte, Deutschland ein Problem mit Geldwäsche hat, Hamburg ziemlich skandalanfällig ist – und er am liebsten weit weg in den Bergen leben würde. Offline. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Jahrelang ging es für Immobilienkonzerne steil bergauf. Sie kauften Wohnungen, profitierten satt von stetig steigenden Preisen. Damit ist jetzt Schluss. Die Zinsen ziehen an – und viele Firmen sind für den Abschwung schlecht gerüstet. Szenarien für die vier großen Spieler am Markt verheißen nichts Gutes. https://www.wiwo.de/my/unternehmen/dienstleister/vonovia-leg-und-co-die-substanz-luege/28607690.html [wiwo+] Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
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Folge vom 12.08.2022Covestro-Chef Steilemann: „Jedes Watt zählt“Manche bezeichnen die chemische Industrie als die Mutter aller Industrien. Wenn dort die Lichter ausgehen, kommt ein verheerender Dominoeffekt in Gang. Genau diese Befürchtung geistert seit Monaten durchs Land. Seit Putins Überfall auf die Ukraine explodieren die Energiepreise und es grassiert die Angst vor einem Lieferstopp für russisches Gas. Das sorgt nun in der Großchemie für erste Gewinnwarnungen. Womit wir bei meinen heutigen Gast wären. Er lernt seine Freunde bei Schneeballschlachten kennen, meditiert gerne beim Schwimmen, fährt ein Wasserstoff-Auto, schläft mit dem Handy neben dem Bett, glaubt an die Kreislaufwirtschaft, vermisst die positive Vision für die Republik und ist überzeugt, dass sich die Deutschen entscheiden müssen, ob sie ein Hightechstandort sein wollen oder ein Industriemuseum. Markus Steilemann ist seit 2018 der CEO des Kunststoffherstellers und Dax-Konzerns Covestro mit einem Umsatz von rund 16 Milliarden Euro und 18.000 Mitarbeitern. Steilemann erzählt mir, wie er zusammen mit dem Großvater für Chaos auf Bahnhöfen sorgte, warum er eine tiefe, lange Rezession befürchtet und weshalb die Chemie-Industrie nicht nur durch Bürokratie in ihrer Existenz bedroht ist. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Der Fondsskandal in den USA, Flops bei der Digitalisierung und schwaches Wachstum wecken Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der Allianz. Vorstandschef Oliver Bäte stellt Investoren mit Dividenden und Aktienrückkäufen ruhig. Aber seine Bilanz ist trübe – und der Konzern verzehrt seine Substanz. www.wiwo.de/28590948.html [wiwo+] Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo