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Hier wird nicht nur debattiert, hier wird auch zusammen nachgedacht. Über alles, was unser Miteinander betrifft. Bildung, Digitalisierung, Demokratie, Einsamkeit, Freiheit, Klima, Kultur, Städtebau, Visionen - die Themen liegen in der Luft, nicht erst, aber besonders deutlich seit der Corona-Pandemie. Jede Folge widmet sich einer Frage unserer Zeit. radio3-Redakteurin Natascha Freundel spricht jeweils mit zwei Gästen, die wissen, wovon sie reden. Philosophisch, aber nie abgehoben. Persönlich, aber nicht privat. Kritisch und konstruktiv. Hier soll es nicht knallen, sondern knistern. Immer auf der Suche nach dem zweiten, neuen Gedanken.
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Folge vom 15.01.2026US-Interventionen: Völkerrecht adé?Die Debatte mit Ann Kristin Schenten, Christoph Safferling und Bernd Greiner "Amerika groß zu machen, heißt andere klein zu machen." (Bernd Greiner) Die US-Regierung degradiert das Völkerrecht zu einer "internationalen Nettigkeit". Das Recht des Stärkeren soll durchgesetzt werden - Venezuela hat das zuerst zu spüren bekommen. In Deutschland und Europa reagiert man mit Unsicherheit und vagen Formulierungen: Die Lage sei "komplex". Müssen wir uns also vom Völkerrecht verabschieden? Mitnichten, sagen der Völkerrechts-Experte Christoph Safferling und der Historiker und US-Spezialist Bernd Greiner. Trotzdem stehe die Weltordnung am Scheideweg. Wie also das Völkerrecht verteidigen? Was verrät ein Blick in das Innere der USA über die Zukunft der regelbasierten Ordnung? Bernd Greiner ist Historiker, Politikwissenschaftler und Amerikanist.Sein Buch "Weißglut. Die inneren Kriege der USA." erschien 2025 bei C.H. Beck. Christoph Safferling ist Professor für Strafrecht, Internationales Strafrecht und Völkerrecht an der Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg-Erlangen. Im dtv-Verlag erschien zuletzt "Ohnmacht des Völkerrechts. Die Rückkehr des Kriegs und der Menschheitsverbrechen." (2025). Kapitel: 00:00:00 Intro 00:01:56 War der US-Angriff auf Venezuela vom Völkerrecht gedeckt? 00:06:50 Ein Bruch mit dem Völkerrecht? 00:08:54 Warum das Völkerrecht größer als Trump ist. 00:16:58 Wie sollten EU und Deutschland reagieren? 00:20:57 Ein Sieg für das „Recht des Stärkeren“? 00:27:00 Warum will Trump Grönland? 00:30:18 Was sagen die US-Wähler? 00:35:22 Welche Kraft haben die Proteste in den USA? 00:39:36 Zweite Gedanken 00:43:44 Outro Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de
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Folge vom 08.01.2026Belarus, Venezuela und die neue Welt(un)ordnungDie Debatte mit Natascha Freundel, Ingo Petz und Ina Rumiantseva „Wir brauchen harte Definitionen, was ist Recht, was ist Unrecht.“ (Ina Rumiantseva) Der Wandel der Weltordnung hat zum Jahreswechsel keine Pause eingelegt, im Gegenteil. Besonders zwei Ereignisse sorgten im Dezember und Januar für internationale Aufmerksamkeit, in zwei Ländern, die selten im Fokus der weltweiten Nachrichten stehen: Belarus und Venezuela. In beiden Fällen spielt der US-Präsident eine entscheidende Rolle. Mit dem belarussischen Präsidenten Lukaschenka vereinbarte Donald Trump einen Deal, der zur Freilassung vieler, auch prominenter politischer Gefangener führte. In Venezuela ließ er den amtierenden Präsidenten Nicolás Maduro verhaften und entführen. Wie hängen die beiden Ereignisse zusammen? Was bedeuten diese US-Interventionen für Europa, und welche Rolle kann und sollte die EU in der neuen Welt(un)ordnung spielen? Ingo Petz ist Leiter des Belarus-Projektes und Gesellschafter bei der gemeinnützigen Medien-Plattform dekoder.org. 2025 erschien sein Buch „Rasender Stillstand: Belarus – eine Revolution und ihre Folgen“ (edition fotoTapeta). Ina Rumiantseva ist eine in Ostberlin geborene Menschenrechtsaktivistin, Sie war stellv. Vorsitzende von RAZAM e.V. und gründete Ende 2024 gründete den Verein Taskforce Belarus. Sie ist die erste Preisträgerin des Werner-Schulz-Preises. Kapitel: 00:00:00 Intro 00:03:43 Geopolitische Bedeutung von Belarus 00:08:40 Verhältnis Putin und Lukaschenko 00:13:39 Politische Gefangene in Belarus 00:20:20 "Deal" zwischen USA und Belarus 00:31:00 Worum geht es Trump in Belarus 00:36:22 Lukaschenkos Einladung an Maduro 00:39:22 Wir wirkt die Entführung Maduros auf Lukaschenko und Putin 00:43:07 Aufgaben für Europa 00:48:20 Hoffnung für 2026 00:51:23 Outro/ Der zweite Gedanke Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de
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Folge vom 18.12.2025Wie sicher ist die Rente?Die Debatte mit Ann Kristin Schenten, Silke Übelmesser und Johannes Geyer „Die Rente steht besser da, als oft dargestellt wird." (Johannes Geyer) Die Rentenreform hätte die Bundesregierung beinahe in eine Krise gestürzt. Nun liegt eine abgespeckte Version vor – das sogenannte „Rentenpaket 2025“. Eine umfassende Reform steht damit noch aus. Besonders in der jüngeren Generation wächst angesichts der aktuellen Diskussion die Unsicherheit: Ist die Rente wirklich sicher? Nur, wenn sie auch diejenigen Beitragszahler mitträgt, die keine privaten Absicherungen haben, so der Wirtschaftswissenschaftler Johannes Geyer. Und wenn die Rente generationengerecht gestaltet wird, erklärt die Volkswirtschaftsprofessorin Silke Übelmesser, die kürzlich in die Rentenkommission der Bundesregierung berufen wurde. Silke Übelmesser ist seit 2012 Professorin für Volkswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Finanzwissenschaft an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Ende 2025 wurde sie in die Rentenkommission der Bundesregierung berufen. Johannes Geyer ist stellvertretender Leiter der Abteilung Staat am DIW Berlin. In seiner Forschung beschäftigt er sich im Schwerpunkt mit Fragen der sozialen Sicherung im demografischen Wandel. Kapitel 00:00:00 Intro 00:02:10 Ist die Rente sicher? 00:03:20 Wie bewerten Sie das Rentenpaket 2025? 00:09:00 Kritik am Rentenpaket 00:13:50 Wird die junge Generation übergangen? 00:22:25 Die Rentenkommission 00:27:24 Renteneintrittalter und Beitragsjahre 00:32:00 Zweite Gedanken/ Outro Mehr Infos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de
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Folge vom 11.12.2025Neurechte Literaturpolitik und KulturkampfDie Debatte mit Natascha Freundel, Simon Strauß und Torsten Hoffmann "Gottfried Benn ist einer von mir." (Simon Strauß) „Keine andere politische Strömung nimmt die Literatur gegenwärtig so ernst wie die Neue Rechte“, erklärt der Literaturwissenschaftler Torsten Hoffmann: Literaturpolitik sei ein zentrales Element neurechter „Metapolitik“, die auf einen Systemwechsel abziele. Wie wichtig Wörter und Bücher für neurechte Akteure sind, zeigte kürzlich die erste „Büchermesse Seitenwechsel“ in Halle. Allenthalben ist von einem „Kulturkampf“ die Rede. Wie ernst müssen wir diesen „Kulturkampf“ nehmen? Herrscht im Kulturbetrieb – wie der Schriftsteller und Journalist Simon Strauß meint - eine „linksliberale Hegemonie“? Wie war es für ihn, als „Posterboy der Neuen Rechten“ diffamiert zu werden? Ist die Demokratie mit einer Politik der Nähe zu retten, wie er in seinem aktuellen Buch vorschlägt? Torsten Hoffmann ist Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Stuttgart und Präsident der Internationalen Rilke-Gesellschaft. Zur Debatte s. „Ästhetischer Dünger“, in: DVjs 95 (2021) und„Kaperung und Korrektur. Zum neurechten Kulturkampf mit literarischen Kanones“, in: „Aus Politik und Zeitgeschichte“ 49/2025. Simon Strauß ist Autor und Redakteur im Feuilleton der FAZ für den Bereich Theater. Außerdem ist er Moderator im „Podcast für Deutschland“ der FAZ. Vor kurzem ist sein erstes politisches Sachbuch erschienen: „In der Nähe. Vom politischen Wert einer ostdeutschen Sehnsucht“ (Tropen, 2025). Kapitel: 00:00:00 Intro 00:02:30 Sind wir mitten in einem Kulturkampf? 00:06:24 Was heißt Metapolitik? 00:13:43 Neurechte Buchmesse in Halle 00:20:31 Linksliberale Hegemonie im Kulturbetrieb? 00:27:00 Diffamierung von Simon Strauß als "Posterboy der Neuen Rechten" 00:33:25 Eine neue Politik der Nähe? 00:39:05 Wie mit neurechten Literaturakteuren umgehen? 00:44:00 Outro / Der zweite Gedanke Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de Mehr Infos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke