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Die Macht der Vermögen und die Ohnmacht des Staates
Der Sozialstaat befindet sich in einer schwierigen Phase, die Infrastruktur ist in einem desolaten Zustand, und es gibt zahlreiche Bedrohungen aufgrund globaler Kriegszustände und der Schäden durch den Klimawandel. Hinzu kommt die dramatisch wachsende Kluft zwischen Arm und Reich.
An die Stelle der nivellierten Mittelstandsgesellschaft, die der Soziologe Helmut Schelsky in den 1950er Jahren beschrieb, ist spätestens seit den 1970er Jahren, beeinflusst durch Globalisierung und die Lockerung der Regulierungen in Wirtschaft und Finanzmärkten, eine Gesellschaft getreten, die auf der einen Seite eine Zunahme von Armut und auf der anderen Seite extremen Reichtum – definiert durch Jahreseinkommen über 500.000 Euro – hervorbringt.
Aktuell beobachten wir international, dass diese wohlhabende Gruppe beachtlichen politischen Einfluss gewinnt und ausübt, ohne durch demokratische Prozesse legitimiert zu sein. Die Herausforderungen für demokratische Prinzipien und den Rechtsstaat sind daher erheblich. Lösungen scheinen nur durch signifikante Steuermehreinnahmen oder eine umfassende Reform des Steuersystems erreichbar zu sein. Doch wie lässt sich dies konzeptionell umsetzen und politisch durchsetzen?
Wolfgang Detel, geboren im Jahr 1942, war Professor für Philosophie und Wissenschaftstheorie, vor allem in Städten wie Hamburg und Frankfurt. Er übersetzte bedeutende Werke von Aristoteles und veröffentlichte mit Büchern wie "Macht, Moral, Wissen. Foucault und die klassische Antike" (1998) sowie "Geist und Verstehen" (2011) zentrale Studien zur Grundlagenforschung der Geisteswissenschaften. In seinem jüngsten Werk "Schockierende Ungleichheit" (2025) untersucht er die ökonomischen Fundamente der heutigen Zeit.
Die Macht der Vermögen und die Ohnmacht des Staates im Überblick
| Sendezeit | So, 05.04.2026 | 09:30 - 10:00 Uhr |
| Sendung | Deutschlandfunk "Essay und Diskurs" |