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Gnawa - spirituelle Trance-Musik aus Marokko
Die Anfänge der Musik der Gnawa liegen in den rituellen Praktiken, die von west- und zentralafrikanischen Sklaven und Sklavinnen nach Marokko gebracht wurden. Die Klänge werden durch die dreisaitige Gimbri und die metallischen Qraqibs, die aus Eisen bestehen, geprägt. Diese Instrumente geben der Musik ihren charakteristischen pulsierenden Takt. Gemeinsam sind sie das Herzstück der sogenannten Lila, was auf Arabisch "Nacht" bedeutet. Diese nächtliche Heilungszeremonie kombiniert Musik, Trance und Geisterbeschwörung. Im Jahr 2019 wurde diese Tradition von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt.
Zu den bedeutendsten und einflussreichsten Meistern (Maâlems) dieser Musik gehören Mahmoud Ghania, bekannt für sein meisterliches Gimbri-Spiel, sowie Hamid El Kasri und Abdelkbir Marchane. Der Jazz fand ebenfalls immer wieder Zugang zur Gnawa-Kultur. Der amerikanische Pianist Randy Weston ließ sich 1968 für einige Zeit in Marokko nieder und veröffentlichte 1994 das Album "The Splendid Master Gnawa Musicians of Morocco". Eine Verbindung zum österreichischen Jazz ergibt sich einerseits über den renommierten Wiener Keyboarder Joe Zawinul, in dessen Band The Zawinul Syndicate der Marokkaner Aziz Sahmaoui musizierte. Nach Zawinuls Tod im Jahr 2007 setzte Sahmaoui mit seinem eigenen Projekt University of Gnawa den tranceartigen Groove fort. Lukas Kranzelbinder, das kreative Genie hinter Shake Stew, integriert regelmäßig die Gimbri in seinen Konzerten.
Die Sendung "Spielräume Spezial" widmet sich sowohl den spirituellen Ursprüngen und den herausragenden Meistern der Gnawa-Musik als auch der Fortsetzung dieser Tradition im internationalen und heimischen Jazz.
Gnawa - spirituelle Trance-Musik aus Marokko im Überblick
| Sendezeit | So, 01.11.2026 | 17:10 - 17:55 Uhr |
| Sendung | Ö1 "Spielräume Spezial" |