
Feature
Lillo: Mein Großvater, der Faschismus, Italien und ich
Über viele Jahre hinweg zeigte mein Großvater Engagement für die neofaschistische Bewegung in Italien. Nach seinem Ableben entschloss ich mich, seine Vergangenheit und den Aufstieg der Rechten in diesem Land genauer zu untersuchen, um mehr darüber zu erfahren.
"Avere il sole in tasca", dieser Spruch, der sinnbildlich meint, die Sonne in der Tasche zu tragen, erinnert mich immer an ihn. Ich denke an seine markanten Halsfalten, seine bedachte Sprechweise und die Statue von Benito Mussolini, die er im Bücherregal hatte. Er war über ein Vierteljahrhundert ein Abgeordneter im Parlament für die rechtsgerichtete Partei. In den letzten Jahren des vergangenen Jahrhunderts verstarb er. Nun, da meine Großmutter ebenfalls nicht mehr lebt, kommen alte Erinnerungen und Fotografien zum Vorschein. Als Enkelin frage ich mich erneut, wie mein Großvater zu einem überzeugten Faschisten wurde. In unserer Familie gilt das Thema oft als übermäßig komplex, doch bald sprechen mein Vater und seine Geschwister über ihren Vater, über Italiens Geschicke und den Rechtsruck im Land.
Zum Autor
Livia Valensise, die 1989 in Rom das Licht der Welt erblickte, ist Drehbuchautorin und studierte an der renommierten Deutschen Film- und Fernsehakademie DFFB. Ihr Hörspiel "Fiktive Gelände" wurde beim Deutschlandfunk Kultur ausgestrahlt und für den max15-Preis in Betracht gezogen. Das Radio-Feature "Lillo" stellt ihr Debüt in diesem Genre dar. Zusammen mit zwei weiteren Autorinnen rief sie das Kollektiv Fieber ins Leben.
"Lillo: Mein Großvater, der Faschismus, Italien und ich" im Überblick
Lillo: Mein Großvater, der Faschismus, Italien und ich
von Livia Valensise
Produktion: 2026
| Sendezeit | Sa, 17.10.2026 | 18:05 - 19:00 Uhr |
| Sendung | Deutschlandfunk Kultur "Feature" |