El-Gawhary und Hartmut Fiedler diskutieren, warum Auslandsberichterstattung für das Verständnis der Welt unverzichtbar ist. Sie sprechen darüber, wie sich die Berichterstattung in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat und warum Prozesse oft zu kurz kommen, obwohl sie nötig wären, um Krisen früh zu erkennen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, warum manche Konflikte sehr ausführlich begleitet werden, während andere, etwa im globalen Süden oder in Gaza, deutlich weniger Raum bekommen. Fiedler erklärt, dass fehlende Zugänge, Ressourcenmangel und kulturelle Nähe oder Distanz die Berichterstattung stark prägen. El-Gawhary beschreibt, wie sehr soziale Medien die klassische Rolle von Medien als Gatekeeper verändert haben und wie daraus Vertrauen verloren gehen kann. Gemeinsam sprechen sie auch über die Schnelllebigkeit heutiger Nachrichten, in der Ereignisse oft schon wieder verschwinden, bevor sie wirklich eingeordnet sind. Fiedler plädiert dafür, Geschichten neu zu erzählen, genauer hinzuschauen und sich nicht mit Stereotypen oder Vereinfachungen zufriedenzugeben. Am Ende wird klar, dass Auslandsberichterstattung für beide keine Randnotiz ist, sondern eine zentrale journalistische Aufgabe bleibt.
Produktion: Manuel Correa, Martin DrumlMusik: Nour AshourGrafic Design des Logos: Mona Henry
NachrichtenTalk
Nahost. Nah Dran. Folgen
Der Journalist und langjährige Nahost-Experte Karim El-Gawhary nimmt euch mit, die arabische Welt hautnah zu erfahren. Er erzählt Geschichten aus dem Leben in der Region, analysiert kompakt aktuelle Ereignisse und hilft Konflikte einzuordnen. Dazu kommen inspirierende Gesprächspartner und ausführliche Talks. Dort ist genug Zeit, einmal länger als die üblichen kurzen Nachrichtenminuten in die Welt unserer unmittelbaren europäischen Nachbarn einzutauchen.
Folgen von Nahost. Nah Dran.
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Folge vom 23.07.2026E18 Auslandsberichterstattung zwischen weißen Flecken und Social Media-Konkurrenz: Talk mit Hartmut Fiedler
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Folge vom 22.07.2026E17 Eine Mossad-Hollywood-Produktion: Wie der israelische Geheimdienst den Regime-Wechsel in Teheran plante und gescheitert istEl-Gawhary schildert eine ungewöhnliche Geheimdienstoperation, bei der der Mossad versuchte, Mahmoud Ahmadinedschad als zukünftigen Machthaber im Iran aufzubauen. Kontakte wurden unter anderem über Treffen in Budapest hergestellt, die als akademische Veranstaltungen getarnt waren. Israel ging davon aus, dass Ahmadinedschad sich vom Regime distanziert hatte und politisch nutzbar geworden war. Während des Angriffs auf den Iran wurde er während eines Luftangriffs aus seinem Wohnkomplex in ein Mossad-Sage-House gebracht. Doch die Operation verlor danach schnell an Kontrolle. Ahmadinedschad kehrte schließlich unter unklaren Umständen wieder in den Einflussbereich des iranischen Regimes zurück. Parallel verfolgte Israel einen sogenannten Kurden-Plan, bei dem bewaffnete Gruppen Richtung Teheran vorrücken sollten. Dieser Plan scheiterte an mangelnder Unterstützung, internen Zweifeln und letztlich an einer Absage durch die USA. El-Gawhary ordnet bei Geschichten als ein weiteres Beispiel ein, dass man auch als stärkste Militärmacht in der Region es nicht so einfach schafft, Kräfteverhältnisse in einem anderen Land in seinem Sinne zu verändern. Produktion: Manuel Correa, Martin DrumlMusik: Nour AshourGrafic Design des Logos: Mona Henry
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Folge vom 16.07.2026E16 Warum Fische und Vögel doch miteinander leben können. Ein Talk mit dem österreichisch-ägyptischen Filmemacher A.B.Shawky über dessen neuen Film "The Stories"In dieser Folge von „Nahost. Nah Dran.“ spricht El-Gawhary mit Abu Bakr Shawky über dessen Film The Stories. Der Film erzählt von seiner Familie zwischen Ägypten und Österreich und geht auf die Brieffreundschaft der Eltern in den 1970er-Jahren zurück. El-Gawhary beschreibt den Film als Liebeserklärung an Menschlichkeit und an die kleinen Leute, die sich durch schwierige Zeiten manövrieren. Shawky erklärt, dass ihn besonders interessiert hat, wie normale Familien große politische und historische Ereignisse erleben. Dazu gehören Kriege, Aufstände und der Mord am ägyptischen Präsidenten Anwar El- Sadat, die im Film immer wieder mit den privaten Erinnerungen der Familie verschränkt werden. Ein zentrales Motiv ist die Geschichte vom Fisch und dem Vogel, und die Frage ob die beiden am Ende zusammenleben können. Ebenso wichtig sind familiäre Rituale, Aberglaube und die Liebe zum Fußball, die im Film als Metaphern für Hoffnung, Pech und Zusammenhalt dienen. Die Folge betont, dass Familiengeschichten durch ständiges Weitererzählen zu Legenden werden. Der Film ist auch eine Hommage an unsere Gemeinsamkeiten, die viel größer sind als die Kulturen, die uns trennen. Produktion: Manuel Correa, Martin DrumlMusik: Nour AshourGrafic Design des Logos: Mona Henry
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Folge vom 15.07.2026E15 Wenn die Waffenpause eine Pause einlegt: Analyse zur Lage in HormusEl-Gawhary beschreibt, wie die vereinbarte Waffenpause zwischen den USA und dem Iran zunehmend an Bedeutung verliert und durch wiederholte Eskalationen untergraben wird. Auslöser der aktuellen Spannungen sind iranische Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus, nachdem diese ohne iranische Genehmigung eine südliche Route nutzen. Die USA reagieren darauf mit Angriffen auf iranisches Territorium, woraufhin der Iran wiederum US-Stützpunkte in der Region ins Visier nimmt. Im Kern geht es um die Kontrolle der strategisch wichtigen Meerenge, wobei der Iran auf einer Genehmigungspflicht besteht und die USA alternative Routen durchsetzen wollen. Zusätzlich verschärft sich der Konflikt durch aggressive Rhetorik, insbesondere von US-Präsident Trump, sowie durch neue Maßnahmen wie eine geplante US-Gebühr für Schiffspassagen. El-Gawhary kommt zu dem Schluss, dass trotz der Eskalation keine Seite strategisch profitieren kann und der Konflikt langfristig nur durch Verhandlungen gelöst werden dürfte. Produktion: Manuel Correa, Martin DrumlMusik: Nour AshourGrafic Design des Logos: Mona Henry