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Wer bezahlt nach dem Ende der Gasförderung in Groningen
Das größte Gasfeld Europas, gelegen in den Niederlanden, wurde kürzlich stillgelegt. Die Ausbeutung des Feldes hatte über sechs Jahrzehnte hinweg etwa 1600 Erdbeben zur Folge und führte zu erheblichen Schäden an Zehntausenden von Wohnhäusern. Dennoch fordern die Unternehmen Shell und ExxonMobil eine Ausgleichszahlung für entgangene Erträge.
Der Konflikt wird nicht vor traditionellen Gerichten, sondern durch private Schiedsstellen ausgetragen. Diese Schiedsinstitutionen sind umstritten, da sie häufig im Verborgenen agieren und nicht öffentlich zugänglich sind, so die Meinung von Kritikern. Seit der Entdeckung des Gasvorkommens nahe Groningen in den späten 1950er Jahren kommt es regelmäßig zu Erschütterungen im nördlichen Teil der Niederlande. Schäden in Millionenhöhe sind die Folge, viele Häuser sind einsturzbedroht, und etliche Familien sind gezwungen, seit langem in provisorischen Unterkünften zu leben. Die Geschädigten haben inzwischen begonnen, sich gegen die Forderungen der Industriegiganten zu wehren. Ihre Befürchtung: Die Unternehmen könnten versuchen, sich ihrer Verantwortung zu entziehen und die umfangreichen Ersatzansprüche zu vermeiden. Der Journalist Frank Odenthal hat in Groningen nachgeforscht und Gespräche mit Betroffenen, Politikern und Vertretern der Zivilgesellschaft, ebenso wie mit einem auf Schiedsverfahren spezialisierten Juristen geführt.
Zum Autor
Frank Odenthal, 1971 in Köln zur Welt gekommen, lebt derzeit in Lörrach und arbeitet als Journalist. Nach dem Abschluss seines Studiums in Wirtschaftswissenschaften fokussierte er sich auf die thematischen Belange des Globalen Südens. Zuletzt wurde sein Radiofeature "Notstand – sexuelle Gewalt in Westafrika" im RBB und MDR ausgestrahlt.
"Wer bezahlt nach dem Ende der Gasförderung in Groningen" im Überblick
Wer bezahlt nach dem Ende der Gasförderung in Groningen
von Frank Odenthal
Produktion: 2026
| Sendezeit | Di, 24.03.2026 | 19:15 - 20:00 Uhr |
| Sendung | Deutschlandfunk "Das Feature" |