Zwölf Jahre lang hat er pausiert. Der Autor Gerbrand Bakker, dessen Romane in mehr als 20 Sprachen übersetzt worden sind, hatte keine Lust mehr Romane zu schreiben. Zu unecht, zu prätentiös fand er diese literarische Form und schrieb nur noch autobiografische Texte. Warum er sich dann doch wieder einem Roman zugewandt hat, verrät Bakker im DOMRADIO.DE Interview. 'Der Sohn des Friseurs' heißt sein neues Buch. Darin geht es um einen Mann, der plötzlich verschwindet, kurz nachdem er erfahren hat, dass seine Frau schwanger ist. Als eine Boing 747 auf Teneriffa abstürzt und keiner überlebt, steht er auf der Passagierliste. Ungewiss bleibt, warum er aus seinem bisherigen Leben geflohen ist und ob er tatsächlich gestorben ist. 'Der Sohn des Friseurs' ist ein Roman voller 'Ahnungen'. 'Der Mensch bleibt ein rätselhaftes Wesen', ist Bakker überzeugt. Der Autor hat ein Buch mit überraschenden Wendungen geschrieben, ein Buch, das von Verlust, Trauer, Einsamkeit und der Suche nach Glück handelt. Ein Roman, der noch lange im Gedächtnis nachhallt.
Gerbrand Bakker / 'Der Sohn des Friseurs' / Suhrkamp Verlag / 290 Seiten / 25 Euro
https://www.suhrkamp.de/buch/gerbrand-bakker-der-sohn-des-friseurs-t-9783518431580
Kultur & Gesellschaft
Werke-Autorengespräch Folgen
DOMRADIO.DE stellt Autorinnen und Autoren vor und stellt ihnen die Gretchenfrage.
Folgen von Werke-Autorengespräch
92 Folgen
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Folge vom 15.04.2024Gerbrand Bakker über seinen Roman 'Der Sohn des Friseurs' / 'Das ganze Leben ist loslassen und sich festbeißen, beides gleichzeitig'
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Folge vom 22.03.2024FERNE LÄNDER, FERNE ZEITEN, Reiseplakate im Folkwang Museum / Felicitas Hoppe über Reisen ins ParadiesAuf 240 historischen und zeitgenössischen Reiseplakaten führt die Ausstellung FERNE LÄNDER, FERNE ZEITEN im Folkwang Museum Essen durch Sehnsuchtsländer vergangener Jahrzehnte. Felicitas Hoppe hat dazu literarische Miniaturen verfasst. Im DOMRADIO.DE Interview erzählt die Autorin, dass die Reiseplakate im Grunde nichts anderes zeigen als Bilder vom Paradies, wie es in der Bibel steht. Was früher Reiseplakate waren, sind heute Insta-Posts und Reels. So hat der Reisende selbst die Aufgabe übernommen, für das Reiseland zu werben - wie es früher die Reiseplakate taten, erklärt Hoppe und macht weiter einen Ausflug in vergangene Jahrhunderte, in denen die Pilger unterwegs waren und es Vergnügungsreisen noch gar nicht gab. Die Ausstellung FERNE LÄNDER, FERNE ZEITEN / Sehnsuchtsfläche Plakat mit Geschichten von Felicitas Hoppe ist bis zum 7. Juli im Essener Museum Folkwang zu sehen https://www.museum-folkwang.de/de/ausstellung/ferne-laender-ferne-zeiten
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Folge vom 19.03.2024Mirrianne Mahn über ihren Debutroman 'Issa' / Zu Schwarz für Deutschland und zu deutsch für Kamerun‚Mein Gefühl der Verlorenheit, gefangen zwischen zu Schwarz in Deutschland und zu deutsch in Kamerun‘. So fühlt sich Issa in dem Debutroman von Mirrianne Mahn. Die Autorin erzählt die Geschichte einer jungen Frau aus Deutschland, die nach Kamerun zurückkehrt. Dort ist sie geboren und hat auch die ersten Jahre ihrer Kindheit verbracht. Jetzt hat sie ihre Mutter nach Kamerun geschickt, denn Issa ist schwanger, sie ist unverheiratet und soll in Kamerun den heilsamen Weg der Rituale ihrer Vorfahren für schwangere Frauen gehen, damit das Kind gesund auf die Welt kommt. Der Roman ‚Issa‘ erzählt die Geschichte einer Emanzipation. Issa lebt zwischen den Kulturen ihrer afrikanischen Familie und ihrem Leben in Deutschland. Eindrucksvoll erzählt die Autorin auch von den Traumatisierungen der Vorfahren von Issa aus der Kolonialzeit, Traumata, die über Generationen weitergegeben werden. Und sie erzählt davon, wie Issa sich der Kultur und den Riten ihrer Familie in Kamerun nähert und sie auch zu verstehen und zu erleben lernt. Im DOMRADIO.DE Interview erzählt Mirrianne Mahn, warum es besonderen Mut erfordert hat, diesen Roman zu schreiben. ‚Issa‘ von Mirrianne Mahn / Rowohlt Verlag / 300 Seiten / 24 Euro. https://www.rowohlt.de/buch/mirrianne-mahn-issa-9783498003906
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Folge vom 11.03.2024Ein Buch, das Ihnen den Glauben an die Menschheit zurückgibt / Alles Gute!'Der Mensch hat über Jahrtausende hinweg ein falsches Menschenbild kultiviert, den Menschen als Egoisten, Bestie oder Schlimmeres'. Die Herausgeber des Buches 'Alles Gute!' Thomas Böhm und Peter Graf zitieren in ihrem Vorwort den niederländischen Historiker Rutger Bregmann. Aber warum soll dieses negative Menschenbild denn falsch sein? Wir erleben doch zurzeit Krisen und Kriege in der Welt, die belegen, dass es sich bei der Zivilisation nur um eine dünne Schicht handelt, die beim geringsten Anlass reißt. Wie kühn ist es denn da zu behaupten, der Mensch sei gut? Aber genau das tun Böhm und Graf. Psychologisch habe unser Menschenbild Konsequenzen für unser Handeln. 'Wenn wir überzeugt sind, dass der Mensch gut ist, dann behandeln wir uns dementsprechend auch gut', sagt Böhm im DOMRADIO.DE Interview: 'Und umgekehrt, wenn wir von einem negativen Menschenbild ausgehen, dann behandeln wir uns auch schlecht'. Das Buch 'Alles Gute!' ist in einer wunderbaren Aufmachung im Verlag 'Das Kulturelle Gedächtnis' erschienen / 272 Seiten / 28 Euro http://daskulturellegedaechtnis.de/work/allesgute/
