Die heutige Episode gehört zu den wenigen, die eine gewisse Zeitlichkeit haben. Es war vor rund vier Jahren, als die Covid-Pandemie auch in Europa richtig angekommen ist. Ab 16. März 2020 wurde der erste österreichweite Lockdown verfügt. Dies war der Anfang einer ganzen Reihe von Maßnahmen, die große Auswirkungen auf Gesellschaft, Wirtschaft und Gesundheit der Menschen hatten.
Vier Jahre später würde man erwarten, dass diese Maßnahmen, die in dieser Form einzigartig seit dem Zweiten Weltkrieg waren, breit in Wissenschaft, Medien und Öffentlichkeit reflektiert und diskutiert werden. Dies nicht nur, um die konkrete Krise aufzuarbeiten, sondern auch um zu fragen, wie wir mit zukünftigen Krisen umgehen sollten.
Was beobachten wir in etablierten Medien, Wissenschaft und Politik? So gut wie nichts, was nach einer ernsthaften Aufarbeitung aussieht. Der Titel dieser Episode ist daher: »Covid. Die unerklärliche Stille nach dem Sturm?«
Der heutige Gesprächspartner ist wieder Jan David Zimmermann, was mich sehr freut! Jan ist Autor, Publizist und Wissenschaftsforscher, hat auch gerade ein neues und äußerst empfehlenswertes Buch herausgebracht — Lethe, Vom Vergessen des Totalitären. Außerdem ist er Redakteur beim Stichpunkt-Magazin.
In dieser Episode diskutieren wir nicht fachlich die Maßnahmen, die gesetzt oder unterlassen wurden, sondern vielmehr den Prozess, der zu diesen Maßnahmen geführt hat, sowie die Rolle von Wissenschaft und Expertise in diesem Zusammenhang. Wir fallen dabei nicht in die post-hoc fallacy, also aus dem Rückblick alles besser zu wissen. Sondern die Betrachtung ist eine aus der heutigen Zeit, aber vor allem hinsichtlich der Frage, was wir richtig und falsch gemacht haben, und wie wir von hier an weitergehen sollten. Wir versuchen also (nach Heinz von Förster) eine Beobachtung zweiter Ordnung.
Was hat Corona angestoßen oder welche Trends in der Gesellschaft deutlicher gemacht? Beobachten wir neue totalitäre Tendenzen, eine Polarisierung, wie Wissenschaft in Krisen agiert?
Covid per se bedarf einer Nachbearbeitung, aber auch die Folgeeffekte auf Wissenschaft, Politik und Gesellschaft für andere, ähnliche Probleme. Denn es wird fallweise behauptet, wir hätten einen Mechanismus, eine »Blaupause« entwickelt, um auch mit anderen (ähnlichen) Krisen umzugehen. Ist diese wünschenswert und Erfolg versprechend?
Was bedeutet Ausnahmezustand; vor allem, auch wenn damit langfristig Politik gemacht wird?
»Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet«, Carl Schmitt
Wie autoritär ist Gesellschaft der vormaligen »Mitte« geworden? Alle möglichen ideologischen Seiten finden autoritäre Ideen und auch Gewalt plötzlich rechtfertigbar?
Was bedeutet Entscheiden unter Unsicherheit — oder allgemeiner: Wie sollten wir als Gesellschaft mit Unsicherheit umgehen? Wir diskutieren die verschiedenen Aspekte in Bezug auf folgende Phasen der Krise:
Zeit vor 2020
Frühjahr/Sommer 2020
Herbst-Winter 2020 (vor der Impfung)
Nach der Impfung 2021
2022 und später
Wie gefährlich kann Forschung sein? Gain of Function Research, Lab Leaks? Wer sollte über solche Wissenschaft entscheiden?
»Wissenschaft ist nicht einfrieren von Erkenntnis«
Zur Cochrane Studie über Masken siehe Podcast Episode 72.
Was bedeutet Krisenmanagement in solchen Situationen? Haben wir Maßnahmen von Privilegierten für Privilegierte auf dem Rücken der restlichen Gesellschaft erlebt?
»Luxury beliefs are the new status symbols«, Rob Henderson
Das Verhalten der Wissenschaft während der Pandemie wurde von einzelnen hochrangigen Wissenschaftern wie John Ioannidis untersucht, und das Ergebnis war wenig schmeichelhaft:
»Even the best peer-reviewed journals often presented results with bias and spin.«
»Whatever the origins of the virus, the refusal to abide by formerly accepted norms has done its own enormous damage.«
»most of this work was of low quality, often wrong, and sometimes highly misleading.«
»The disdain for reliable study designs was even celebrated.«
»Big Tech companies […] developed powerful censorship machineries«
»There was a clash between two schools of thought, authoritarian public health versus science—and science lost.«
Man muss sich nach solchen Analysen natürlich die Frage stellen: Sind unsere Wissenschaftstugenden mittlerweile völlig korrodiert?
Was hat es mit der Great Barrington Declaration auf sich und was waren die unerfreulichen Folgen für die beteiligten Wissenschafter?
Niemand wird primär dafür kritisiert, im Jahr 2020 Fehler gemacht zu haben, aber wenn man sich 2024 dafür rühmt ist das ernüchternd. Dies zeigt sich auf drastische Weise am Auftritt des deutschen Soziologen Heinz Bude (der Mitglied des deutschen Krisenstabes war):
Heinz Bude: »Noch einmal aus dem Nähkästchen geplaudert: Wir müssen ein Modell finden, um Folgebereitschaft herzustellen, dass so ein bisschen wissenschaftsähnlich ist. Und das war diese Formel flatten the curve. Wie können wir die Leute überzeugen mitzutun... Das sieht so nach Wissenschaft aus. Wenn ihr schön diszipliniert seid, könnt ihr die Kurve verändern. […] Das haben wir geklaut von einem Wissenschaftsjournalisten. Das haben wir nicht selber erfunden. Wir fanden das irgendwie toll, dass man so ein Quasi-Wissenschaftsargument hat.«
Anderer Diskutant: »Das bedeutet, dass sich die Wissenschaft in einem normativ vorgegebenen Rahmen engagiert. […] Diese normativen Vorgaben muss man einkaufen«
HB: »Wissenschaft ist ja auch operativ interessant. «
AD: »Aber wenn man sich normativ sehr sicher ist. Ich glaube, viele Leute waren sich sehr schnell sehr sicher.«
Bude zuckt mit den Achseln.
Heinz Bude war außerdem ein Verfechter der Zero-Covid Idee, die sehr schnell diskreditiert war. Was bedeutet es auch, wenn Wissenschaft »operativ interessant« wird?
Das Vertrauen in die Wissenschaft geht verloren — wie ist das zu bewerten? Wird hier nicht oftmals Ursache mit Wirkung verwechselt? Wie kann das Vertrauen in Institutionen und Wissenschaft wieder hergestellt werden?
Matt Taibbi spricht im Rahmen der Twitter Files vom Censorship Industrial Complex »Twitter was more like a partner to government «
Wissenschaft ist immer stark mit Macht verwoben, wie steht das im Verhältnis zum Erkenntnisgewinn? Aber auch die Medien erfüllen ihre Aufgabe in keiner Weise. Wie gehen wir damit um? Wie kann entschieden werden, was legitime Kritik und was schlicht Unsinn ist? Wie konnte es passieren, dass liberale Nationen wie Kanada, Australien und Neuseeland in autoritäre Strukturen abgeglitten sind? Damit stellt sich die fundamentale Frage: Wie lange darf ein Krisenmoment dauern?
»Moralpolitik hat die Sachpolitik abgelöst«
Auf der »richtigen« Seite zu sein wird wichtiger als das Richtige zu tun. Und das Richtige wird mit allen Mitteln durchgesetzt, nicht nur mit harten Maßnahmen, sondern auch mit Soft Power wie Nudging.
Dabei wird die eigentlich wichtige Frage gerne übersehen: Wer bestimmt, was das Richtige für mich ist?
»The dictatorship of the future will be very unlike the dictatorships we experienced in the past. […] If you want to preserve your power indefinitely, you have to get the consent of the ruled. […] Making him actually love his slavery. Being happy under the new regime.«, Aldous Huxley
Das Totalitäre ist stärker von klaren Strukturen und nicht von Inhalten bestimmt:
»Das Totalitäre ist stärker ein wie als ein was.«
Referenzen
Andere Episoden
Episode 88: Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
Episode 85: Naturalismus — was weiß Wissenschaft?
Episode 84: (Epistemische) Krisen? Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
Episode 83: Robert Merton — Was ist Wissenschaft?
Episode 80: Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
Episode 79: Escape from Model Land, a Conversation with Dr. Erica Thompson
Episode 76: Existentielle Risiken
Episode 74: Apocalype Always
Episode 72: Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
Episode 47: Große Worte
Episode 39: Follow the Science?
Episode 37: Probleme und Lösungen
Episode 25: Entscheiden unter Unsicherheit
Jan David Zimmermann
Homepage
Facebook: Jan D. Zimmermann
Instagram: j._zimmermann
Buch: Lethe. Vom Vergessen des Totalitären
Stichpunkt Magazin
Fachliche Referenzen
Sitzungsprotokoll der "Taskforce Corona" über zu wenig Angst in der Bevölkerung, Der Standard (2020)
Regierungsprotokoll: Angst vor Infektion offenbar erwünscht, ORF (2020)
Internes Papier aus Innenministerium empfahl, den Deutschen Corona-Angst zu machen, Focus (2020)
Wie wir COVID-19 unter Kontrolle bekommen. Strategiepapier des Bundesinnenministeriums.
Umstritten. Ein journalistisches Gütesiegel. Fitfty Fifty/ Westend Verlag (2024)
Das integrative Empire: Wissensproduktion und kulturelle Praktiken in Habsburg-Zentraleuropa (Global- und Kolonialgeschichte). transcript Verlag (2023)
Jürgen Habermas: Technik und Wissenschaft als Ideologie Suhrkamp (1968)
Rob Henderson, Luxury Beliefs
John Ioannidis, How the pandemic is changing pandemic norms (2021)
Great Barrington Declaration (2020)
Heinz Bude im Gespräch 2024
Zero Covid, No Covid, Artikel im Deutschlandfunk (2021)
Susanne Gaschke, Interview in der NZZ: »Sie wollten ganze Landkreise abschotten!« – »Ich würde immer noch so vorgehen, wie wir es getan haben!« (2023)
Alexander Bogner, Nach Corona (2023)
Matt Taibbi, The Censorship Industrial Complex (2023)
Telegraph, The Lockdown Files
Ein neuer Bericht offenbart Pläne für eine Veränderung von Coronaviren – kurz vor der Pandemie, NZZ (2021)
Richard Thaler, Cass Sunstein, Nudge, Yale University Press (2008)
WEF Artikel (2021) mit Interview Cass Sunstein
Gesundheitspolitik: Nudging: Anstupsen für den guten Zweck (Spektrum 2015)
Nudging Task Force unter Obama (2015)
Rainer Mausfeld im Gespräch über sein neues Buch, Hybris und Nemesis (2023)
Jesse Singal, The Quick Fix: Why Fad Psychology Can't Cure Our Social Ills, Farrar, Straus and Giroux (2021)
Margaret Heffernan, Uncharted, Simon & Schuster UK (2020)
Shoshana Zuboff, The Age of Surveillance Capitalism: The Fight for a Human Future at the New Frontier of Power, Profile Books (2019)
Aldous Huxley über Diktaturen der Zukunft (1958)
Martin Kulldorff: Fired by Harvard for getting Covid right, Unherd (2024)
Vinay Prasad, Martin Kulldorff was wrongly fired from Harvard Medical School (2024)
Kultur & GesellschaftBildungWissenschaft & Technik
Zukunft Denken – Podcast Folgen
Woher kommen wir, wo stehen wir und wie finden wir unsere Zukunft wieder?
Folgen von Zukunft Denken – Podcast
157 Folgen
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Folge vom 18.03.2024093 – Covid. Die unerklärliche Stille nach dem Sturm. Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
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Folge vom 10.03.2024092 — Wissen und Expertise Teil 2In Episode 80 habe ich mich schon einmal mit dem Thema Wissen und Expertise auseinandergesetzt, damals eher mit dem Fokus auf die Frage wie gut (oder schlecht) Prognosen in der Realität sind, und woran das liegen könnte. In dieser Episode versuche ich einige weitere Gedanken zu entwerfen und ersuche explizit um Feedback, was Sie davon halten. Ich diskutiere einige Ideen zu den Fragen: Wo steckt in einer Gesellschaft Wissen, wo steckt Expertise Gibt es Grenzen der Expertise (in komplexen Systemen) Wie kann sich das Verhältnis von Expertise zu Wissen über die Zeit verändern In welchem Verhältnis stehen diese beiden Begriffe generell zueinander Das Ganze natürlich wieder mit zahlreichen Beispielen. Referenzen Andere Episoden Episode 86: Climate Uncertainty and Risk, a conversation with Dr. Judith Curry Episode 80: Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion Episode 79: Escape from Model Land, a Conversation with Dr. Erica Thompson Episode 72: Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann Episode 68: Modelle und Realität, ein Gespräch mit Dr. Andreas Windisch Episode 41: Intellektuelle Bescheidenheit: Was wir von Bertrand Russel und der Eugenik lernen können Episode 39: Follow the Science? Episode 37: Probleme und Lösungen Episode 27: Wicked Problems Episode 25: Entscheiden unter Unsicherheit Episode 17: Kooperation Fachliche Referenzen Dieter Macek: Eine Gesamtgenealogie der griechisch-mediterranen Mythologie Thomas Sowell, Intellectuals and Society, Basic Books (2012) Matt Ridley, How Innovation Works, Fourth Estate (2020) Aspirin & Salizylsäure Nobelpreis zur Acetylsalicylsäure: Sir John Robert Vane (1982) Calvin Coolidge The Medical Context of Calvin Jr.’s Untimely Death (Coolidge Foundation)
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Folge vom 26.02.2024091 — Die Heidi-Klum-Universität, ein Gespräch mit Prof. Ehrmann und Prof. SommerIch freue mich, dass ich Prof. Ehrmann und Prof. Sommer gewinnen konnte, um über die erheblichen Probleme der heutigen Forschungs- und Uni-Landschaft zu sprechen. Ist die Universität zu einem Turnier verkommen, das eher einem Heidi-Klum-Wettbewerb entspricht als ernsthafter Wissenschaft? Prof. Ehrmann leitet das Institut für Strategisches Management an der Universität Münster. Er hat eine weite Erfahrung sowohl in der Wissenschaft als auch in Industrie und Politik, so war er unter anderem Senior Manager bei PWC Corporate Finance und 17 Jahre lang Mitglied der Advisory Group der Deutschen Bahn. Prof. Michael Sommer studierte Alte Geschichte, Latein, Griechisch, Politikwissenschaften, neuere Geschichte und Vorderasiatische Archäologie. Nach seiner Promotion an der Universität Freiburg verbrachte er zwei Jahre als Visiting Fellow am Wolfson College in Oxford. Von 2005 bis 2012 war er Dozent für Alte Geschichte an der Universität von Liverpool. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Wirtschafts-, Sozial-, Mentalitäts- und Institutionsgeschichte des Römischen Reiches und die Geschichte der Levante in allen Epochen. Wird Volkswirtschaft naturwissenschaftlich(er)? Was ist die Währung in der Wissenschaft? Welche Bedeutung und Folge(n) hat die Replikationskrise, die in der Psychologie große Wellen geschlagen hat, aber im Grunde weite Bereiche der Wissenschaft betrifft? Was ist von Drittmitteln als Kriterium für wissenschaftlichen Erfolg zu halten und welche Effekte haben ständige Evaluierungen? Führt dies zu einem selbstzerstörerischen System? Es gibt gute Hinweise darauf, dass Qualität und Output in der Wissenschaft stetig zurückgehen, was ist davon zu halten? Es wird viel »Wissen« generiert, aber ist dieses »Wissen« weitgehend nutzlos oder gar Pseudowissenschaft? Was ist der Zusammenhang zwischen eingesetzten Steuermitteln und wissenschaftlichen Ergebnissen? Aber nicht nur die Wissenschaft ist in der Krise, auch die Ausbildung ist betroffen; wird etwa die Studierfähigkeit der jungen Studenten immer schlechter und ist die stetig zunehmende Akademisierung des Landes sinnvoll? War die Bologna-Reform ein Fehler? »Brauchen wir 10.000 Leute, die Gender-Studies studieren, während es auf der anderen Seite an Klempnern und Pflegekräften mangelt.« Ist der Akademiker von heute von der Qualifikation kaum dem Maturant/Abiturient der Vergangenheit überlegen? Wenn das so weitergeht: nennen wir die Uni in wenigen Jahrzehnten Berufschule? Das kann doch kaum eine effiziente Form der Ausbildung sein? Nicht jeder ist Einstein — an welcher Stelle erfolgt die Selektion? Je später sie erfolgt, desto schmerzhafter ist sie für den Einzelnen und desto teurer für das System? »Die Snowflakes, die da von der Uni kommen [Lehramt], denen hat nie jemand gesagt, dass ihre Arbeit eigentlich Scheiße ist und die sitzen jetzt im Studienseminar und sind zum ersten Mal Kritik ausgesetzt« In welchem Zusammenhang steht der an den Unis (vor allem in den USA) überkochende Antisemitismus mit den oben genannten Problemen? Hat der woke Unfug nun tatsächlich die Überhand gewonnen? »Das Einschränken von Meinungskorridoren, das Niederbrüllen von Meinungen die einem nicht passen […] ist eine direkte Folge des Kompetenzrückgangs« Erleben wir Zensur von oben oder eher eine eigenartige Form der intellektuellen Selbstverstümmelung? “The restraints on freedom of speech and repression that are existing on formally liberal societies are not imposed by dictatorial or authoritarian governments on the whole. They are imposed by civil institutions themselves.”, John Gray Gibt es härtere und weichere Disziplinen? »Mutiges Meinen statt sauberer Analyse?« Rentiert es sich für Studenten überhaupt noch, an diese Uni zu gehen? Welche Rolle spielt die Universität jenseits des Signalisierens und leidet nicht auch schon das Signalisieren unter den offensichtlichen Qualitätsmängeln? “My best guess says signaling accounts for 80% of education’s return”, Bryan Kaplan Der britische Premierminister Rishi Sunak beschreibt die Universität für viele als irreführenden Traum: “Too many university students are sold a false dream” Muss die Uni neu erfunden werden, oder ist eine schrittweise Verbesserung möglich und sinnvoll? »Die Uni hat sich schon oft am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen, es gibt eigentlich keinen Grund, dass dies nicht wieder gelingen kann« Referenzen Andere Episoden Episode 85: Naturalismus — was weiß Wissenschaft? Episode 83: Robert Merton — Was ist Wissenschaft? Episode 75: Gott und die Welt, ein Gespräch mit Werner Gruber und Erich Eder Episode 67: Wissenschaft, Hype und Realität — ein Gespräch mit Stephan Schleim Episode 49: Wo denke ich? Reflexionen über den »undichten« Geist Episode 47: Große Worte Episode 38: Eliten, ein Gespräch mit Prof. Michael Hartmann Episode 34: Die Übersetzungsbewegung, oder: wie Ideen über Zeiten, Kulturen und Sprachen wandern – Gespräch mit Prof. Rüdiger Lohlker Episode 28: Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität! Episode 6: Messen, was messbar ist? Artikel und Referenzen von Prof. Sommer und Ehrmann Thomas Ehrmann, Michael Sommer, Willkommen an der Heidi-Klum-Universität, FAZ (2023) Thomas Ehrmann und Aloys Prinz, Aufgeweckte Kapitalisten, FAZ (2021) Aloys Prinz, Thomas Ehrmann, Academia as a league system, Journal of Business Economics (2021) Thomas Ehrmann und Aloys Prinz, Die Champions League lohnt sich nicht, FAZ (2022) Fachliche Referenzen Max Koslow, ‘Disruptive’ science has declined — and no one knows why, Nature (2023) Nicholas Bloom et al, Are Ideas Getting Harder to Find? (2020) Julian Nida-Rümelin, Der Akademisierungswahn (2014) Jochen Hörisch, Die ungeliebte Universität – Rettet die Alma Mater, Carl Hanser (2006) Liessmann — Theorie der Unbildung, Piper (2008) John Gray im Gespräch mit Unheard (2023) Bryan Caplan, The Case against Education, Princeton University Press (2019) Anna I. Krylov, The Peril of Politicising Science (2021) Woke Antisemitism: A Reckoning, Quillett (2023) Konstantin Kisin, The Day the Delusions Died | The Free Press (2023) Rishi Sunak, Too many university students are sold a false dream, Telegraph (2023)
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Folge vom 07.02.2024090 – Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)Im heutigen Podcast werde ich einige unterhaltsame aber auch ernsthafte Geschichten erzählen, zu einem Thema, das ich in verschiedenen anderen Episoden schon angesprochen habe: »Unintended Consequences — Unerwartete Folgen« In dieser Episode wird es also weniger um eine tiefe Analyse der Gründe für unerwartete Folgen bestimmter Maßnahmen gehen, sondern es soll vielmehr die Breite und Tragweite der Problematik anschaulich gemacht werden. Dies trifft sowohl auf die Fälle zu, wo die unerwünschten Folgen negativer als auch positiver Natur sind. In der Episode spreche ich Beispiele aus der Chemie, der Ökologie, Politik und Wissenschaft an. Es ist auch das erste Mal, dass mit Barbara Streisand eine Schauspielerin und Sängerin thematisiert wird, oder besser gesagt, ihre Villa am Strand! Welche Rolle spielen simple und komplexe Systeme, oder Probleme mit engem oder weitem Kontext? Was können wir tun, um schwerwiegende unerwünschte Folgen zu vermeiden und positive zu begünstigen? “All history is the history of unintended consequences.”, T. J. Jackson Lears Referenzen Andere Episoden Episode 86: Climate Uncertainty and Risk, a conversation with Dr. Judith Curry Episode 80: Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion Episode 76: Existentielle Risiken Episode 72: Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann Episode 69: Complexity in Software Episode 37: Probleme und Lösungen Episode 27: Wicked Problems Episode 25: Entscheiden unter Unsicherheit Episode 23: Frozen Accidents Episode 10: Komplizierte Komplexität Fachliche Referenzen Rory Sutherland, Alchemy, Virgin Digital (2019) Los Angeles Times, Unintended consequences of conserving water: leaky pipes, less revenue, bad odors (2015) Rachel Carson, Silent Spring, Penguin Classic (1962) Bloomberg, Tree Planting Program in Mexico may Encourage Deforestation (2021) Tokunaga, E., Yamamoto, T., Ito, E. et al. Understanding the Thalidomide Chirality in Biological Processes by the Self-disproportionation of Enantiomers. Sci Rep 8, 17131 Barbara Streisand Estate (Photo): Copyright (C) 2002 Kenneth & Gabrielle Adelman, California Coastal Records Project Thomas Sowell, Intellectuals and Society, Basic Books (2012) Vaclav Smil, Invention and Innovation: A Brief History of Hype and Failure, MIT Press (2023) Reason TV, Great Moments in Unintended Consequences (YouTube Playlist) Niall Ferguson on Regulation (YouTube), Zitat T. J. Jackson Lears