
LiteraturLesung
Die Selbstverbrennung von Hartmut Lange | Teil 2 von 12
Teil 2/12 | Die Neuigkeit über die Handlung eines Pastors, der sich das Leben nahm, indem er sich selbst entzündete, erschüttert die Protagonisten dieses Romans zutiefst: Sempert, der in einem kleinen Dorf an der Elbe Zuflucht sucht, um in Ruhe ein Werk zu verfassen, und Koldehoff, den Geistlichen dieser Ortschaft. Die Tochter von Koldehoff und Sempert entwickeln Gefühle füreinander. Doch dann tritt ein weiteres Ereignis ein, das Sempert und Koldehoff auf jeweils andere Art trifft und herausfordert.
Zum historischen Kontext: Am 18. August 1976 entzündete sich der evangelische Geistliche Oskar Brüsewitz vor der Michaeliskirche in Zeitz selbst. Mit einem Banner hatte er zuvor gegen die Politik der Bildung und der Kirche der SED rebelliert. Vier Tage danach erlag Brüsewitz seinen schweren Brandverletzungen. Diese aufrüttelnde Protestaktion wird oft als das "Fanal von Zeitz" bezeichnet und hatte einen großen Einfluss auf die Kirchen und die DDR-Opposition. Sein Tod brachte sowohl die Kirche als auch die Regierung ins Wanken.
Zum Autor
Hartmut Lange, der 1937 in Berlin-Spandau das Licht der Welt erblickte, durchlief eine Ausbildung in Dramaturgie an der Filmhochschule Babelsberg. Seine Dramen, Essays sowie Prosawerke wurden vielfach ausgezeichnet. Zu seinen neuesten Veröffentlichungen zählt der Erzählband "Am Osloer Fjord oder der Fremde" aus dem Jahre 2022. Lange ist als freier Autor in Berlin ansässig.
"Die Selbstverbrennung von Hartmut Lange" im Überblick
Die Selbstverbrennung von Hartmut Lange
von Hartmut Lange
Mit Sylvester Groth
Produktion: 2024
| Sendezeit | Di, 11.08.2026 | 09:00 - 09:40 Uhr |
| Sendung | MDR KULTUR "Lesezeit" |