Am 13. August 1962 meldet die Frankfurter Allgemeine Zeitung, ein großer Teil der Belegschaft der Leuna-Werke hätte an zwei Tagen gestreikt. Anlass dieses Streiks seien erhöhte Leistungsforderungen bei schlechter Lebensmittelversorgung gewesen. Erst durch motorisierte Einheiten der Roten Armee und deutsche Soldaten sei der Streik beendet worden. Die überlieferten Akten belegen, dass es zu dieser Zeit große Unruhe gab in Leuna. Aber einen Streik dieses Ausmaßes? Warum ist bisher so gut wie nichts darüber bekannt? Wurde dieses gigantische Vorkommnis erfolgreich vertuscht oder handelt es sich um eine westdeutsche Zeitungs-"Ente"?Essay von Udo GrashoffSprecher: Martin Reik, Peter W. Bachmann, Udo GrashoffRedaktion: Katrin WenzelTon und Technik: Holger Kliemchen und Hans-Peter RuhnertRegie: Andreas MeinetsbergerProduktion: MDR 2012Verfügbar bis 21. November 2026
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Folge vom 21.11.2025Leuna 1962 – Fischwurst, Kohldampf, Kosmonauten
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Folge vom 18.11.2025Leuna-Komplex: Stadt, Werk, Land"Wenn die Schlote rauchen, war das immer ein Zeichen für Wohlstand.", sagt der Leunaer Schriftsteller Jürgen Jankofsky. Heute entweicht ihnen "guter" weißer Rauch. Die Landschaft um das Leunawerk blüht. Die Saale, einst eine schaumführende grün-braune Kloake windet sich durch die Aue und ist Bade-und Angelgewässer. Die kleine Stadt Leuna, in der annähernd so viele Menschen leben wie es Arbeiter im Leunawerk, dem größten deutschen Chemiestandort, gibt, ist geputzt, saniert, die Gemeinde mitsamt der zu ihr gehörenden Dörfer, ist reich. Die Menschen sind auf feinen Sportplätzen unterwegs, haben funktionierende Vereine mit hunderten Mitgliedern. Geglückte Transformation innerhalb der letzten 35 Jahre? Leuna - ein "Leuchtturm", die vielleicht einzige gelungene "Sanierung" einer einstigen DDR-Industrie.Und dennoch sitzt die AfD mit großer Mehrheit im Stadtrat. Und dennoch gibt es zahlreiche Bürgerinitiativen, die sich gegen neue gigantische Solarparks oder einen Messturm des Deutschen Wetterdienstes, gegen eine Stromtrasse, gegen Hochwasserpolder mitten durch die Aue wehren. Parallel dazu fordert der Leunachef, die Pipelines nach Russland wieder aufzumachen, weil Energie, die das Werk braucht, zu teuer geworden ist, weil die Chemieindustrie in der Krise steckt, weil sonst Massenentlassungen drohen. Deutschlandweit löste das Verwunderung und Entsetzen aus.Sind die Menschen nun die ewig Gestrigen? Die "Ossis", die keine Lust mehr auf eine erneute Transformation haben? Russland-Versteher? Müde vom Sich-Verändern? Ende der Dankbarkeitserwartung an Ostdeutsche, mit der sich fast alles rechtfertigen lässt? Sind sie nicht genau damit: mit Bürgerinitiativen, Protest und der Forderung nach schnellen finanziellen Lösungen, eigentlich angekommen in der Demokratie, im kapitalistischen System? Feature von Christoph PetersProduktion: MDR 2025Verfügbar bis 18. November 2026Den Film "Leuna-Komplex – Stadt, Land, Werk" hier anschauen.
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Folge vom 15.11.2025Kaputte KriegerWenn die Erinnerungen hochkommen, erzählt Veteranin Christore aus Thüringen, "rutschen einem manchmal einfach die Beine weg". Sechsmal war sie für die Bundeswehr im Auslandseinsatz, auf dem Balkan und in Afghanistan. "Das schlägt immer durch, wenn man nicht damit rechnet", sagt Jobst, ihr Mann. Die Zahl der Ex-Krieger mit schweren Traumata steigt. Nur zögernd sprechen sie von ihren Kriegserlebnissen und den Panikattacken und Depressionen, dem Zittern und Schwitzen noch Jahre nach der Schlacht. Die Bundeswehr setzt auf mehr Psychologen, testet Online-Therapien. Denn aller Technik zu Trotz: Der Soldat muss immer ganz nah ran: Patrouille fahren, Deckung suchen, schießen. Und danach klarkommen mit den Bildern, den Träumen, der Angst. "Leid, das nicht spricht", sagt Standortpfarrer Frank, "presst das beladene Herz, bis dass es bricht."Feature von Tom SchimmeckSprecherin: Shenja LacherRegie: Andreas ReinetsbergerProduktion: MDR 2018Verfügbar bis 15. November 2026
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Folge vom 13.11.2025Druck im Kessel – Doku über die Tücken der WärmewendeWie werden wir in Zukunft, wenn Holz, Kohle, Öl und Gas immer mehr an Akzeptanz verlieren, heizen? Kontroverse Antworten bestimmen und prägen die Debatten politisch, wirtschaftlich und sozial und heizen sie auf. "Wir haben Fehler gemacht", sagt Stefan Wenzel, ehemaliger parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, im Rückblick. Zu groß wäre der mediale Widerstand gegen moderne, aber vermeintlich teure und stromfressende Wärmepumpen gewesen, zu groß das Beharrungsvermögen der Hausbesitzer, die sich nicht vorschreiben lassen wollten, ihre alten Öl- und Gaskessel rauszuschmeißen. Und so wurde das Regierungsziel, 500.000 Wärmepumpen jährlich zu installieren, weit verfehlt und die Novelle des Gebäudeenergiegesetzes zum Fallstrick für die Ampelkoalition.Kurz nach dem Amtsantritt der neuen Bundesregierung sagte Katherina Reiche, die neue Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, der Klimaschutz sei zuletzt vielleicht "überbetont" worden. Es brauche eine "Neuausrichtung der Energiewende", aber keine "Lex Wärmepumpe". Dabei gilt auch für die neue Bundesregierung das Pariser Abkommen und die Aussage: Deutschland muss bis 2045 klimaneutral sein. Noch aber stammen drei Viertel der genutzten Heizenergie aus Öl oder Gas. Der Gebäudesektor verfehlt deshalb regelmäßig die Klimaziele. Deutschland muss das Tempo also anziehen. Die Doku geht der Frage nach, ob Deutschland die Wärmewende noch schaffen kann – trotz globalem Handelskonflikt, hartem Wettbewerb und neuer politischer Rahmenbedingungen.Druck im Kessel – Doku über die Tücken der WärmewendeARD-Radiofeature von Lydia Jakobi und Tobias BarthTon und Technik: Steffen Brosig und Holger KönigRegie: Nikolai von KoslowskiProduktion: MDR 2025Verfügbar bis 4. August 2026