Mit ihrer charismatischen Ausstrahlung brachte Cathy Berberian Glanz und Esprit in die zeitgenössische Musikszene. Ihre Soloauftritte galten als echte Kultveranstaltungen. Die US-amerikanische Sängerin mit armenischen Wurzeln verbrachte den Grossteil ihres Lebens in Italien.
Eine Ikone der Avantgarde: Vor 100 Jahren (*04.07.1925) kam Catherine Anahid Berberian zur Welt. Sie verfügte über eine makellose Belcanto-Stimme und zog dank eines Stipendiums nach Italien, wo sie die dortige Musikszene bald entscheidend prägte. Als Interpretin moderner Kompositionen erlangte sie weltweite Anerkennung. In einem späteren künstlerischen Wandel entwickelte sie ihren unverwechselbaren, originellen Stil, den sie als «New Vocality» bezeichnete – ein Ansatz, der bis heute zahlreiche Sängerinnen inspiriert.
Eine Spurensuche: Annelis Berger im Gespräch mit der Sängerin und Autorin Anne-May Krüger über das Leben und Wirken von Cathy Berberian.
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Die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts in Portraits und Reportagen, Geschichte und Geschichten, Werkbetrachtungen, Gesprächen und Konzertaufnahmen. Das und noch viel mehr ist die «Musik unserer Zeit auf SRF 2 Kultur». Jeden Mittwoch von 20:00 – 22:00 Uhr und in Teilwiederholung am Samstag um 21:00 Uhr.
Folgen von Musik unserer Zeit
14 Folgen
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Folge vom 29.10.2025Portrait: 100 Jahre Cathy Berberian
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Folge vom 22.10.2025Portrait/Konzert: Guillem Palomar und Jakob RaabIm Rahmen der Roche Young Commissions 2025 präsentieren zwei herausragende junge Komponisten ihre neuen Orchesterwerke am Lucerne Festival: Guillem Palomar (Spanien) und Jakob Raab (Deutschland). Palomars Stück «Tessera» versteht sich als musikalisches Mosaik: Inspiriert von antiken wie modernen Mosaikkunstformen, etwa den Trencadís-Arbeiten Gaudís, setzt er sein Werk aus kleinsten musikalischen Einheiten zusammen – rhythmisch, klanglich, strukturell. Wie die Teile eines Mosaiks behalten auch seine musikalischen «Tesserae» ihre Individualität, formen zugleich aber eine vielschichtige Gesamtstruktur. Das Werk entfaltet sich in drei Teilen und stellt die Beziehung zwischen Form, Struktur und Emotion ins Zentrum. Jakob Raab wiederum widmet sich in «malo» einem Kindheitseindruck: Der Oper «The Turn of the Screw» von Benjamin Britten. Der gleichnamige Kinderreim aus der Oper – einfach, aber mehrdeutig – liefert die emotionale und musikalische Grundlage des Werks. Raab dekonstruiert und transformiert das Material subtil, ohne es direkt zu zitieren, und hinterfragt so auf persönliche Weise die Rolle musikalischer Erinnerung im Kompositionsprozess. Lucerne Festival Academy 3: Guillem Palomar: Tessera für Orchester (Uraufführung «Roche Young Commissions») Jakob Raab: malo für Orchester (Uraufführung «Roche Young Commissions») Dieter Ammann: No templates für Viola und Orchester Tabea Zimmermann, Viola Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) Michelle Di Russo, Leitung (Palomar) Sebastian Zinca, Leitung (Raab) David Robertons (Ammann) Konzert vom 30. August 2025, KKL Luzern, Konzertsaal (Lucerne Festival) Portraits und Konzert sind in einer zweistündigen, durchgehenden Sendung kombiniert. Die Sendung steht unbeschränkt zum Nachhören zur Verfügung.
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Folge vom 15.10.2025Klassiker der Moderne: Klaviersonate Nr. 5 von Galina UstwolskajaMusik aus fast nichts, aber von höchster Intensität: Die Klaviersonate Nr. 5 (1986) ist eine Obsession um den Ton «Des», besteht aus zehn kurzen Teilen und pendelt zwischen Attacke und Verletztheit. Klingt so der Eiserne Vorhang? Corinne Holtz und Edu Haubensak nehmen das Werk unter die Lupe. Erstausstrahlung: 14.03.2018
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Folge vom 08.10.2025Maya Miro Johnson – Klangkunst zwischen Körpern und CyborgsDie US-amerikanische Komponistin Maya Miro Johnson (*2001) ist Teilnehmerin der Lucerne Festival Composers Academy 2025. Als interdisziplinäre Komponistin, Performerin und Dirigentin verbindet sie Klang mit Performance, Elektronik und visuellen Medien in multimediale Musiktheaterprojekte. Der eigene Hintergrund als Tänzerin und Violinistin verleiht Johnsons Arbeiten, in denen sie oft selbst auftritt, körperliche und performative Dimensionen. Ihre Werke erzählen von der Beziehung von elektronischen und analogen Instrumenten in der Liveperformance, wie auch von der Wechselwirkung von Gesten und Klang. Thematisch prägen sie medizinische Settings, Cyborgs und KI-Personifizierungen, womit Miro Johnson gesellschaftliche Fragen wie Body Politics und feministischen Futurismus aufwirft. Wir treffen Miro Johnson zum Gespräch vor ihrer Uraufführung am Lucerne Festival.