
Hörspiel
Szenen aus dem Grenzgebiet von Martin Ahrends
Die Beamten an der Grenze gaben mir den Spitznamen Mary-Lou. Damals war ich in einem entzückenden Alter. Unser Zuhause befand sich direkt an der Landesgrenze. Unser Umzug fand im März 1961 statt. Bereits im August wurde die Grenze unüberwindbar.
Eine lange Mauer zieht sich nun durch Deutschland und trennt Ost und West. Maria wächst mit der ständigen Sicht auf diese Trennung auf. Heimlich winkt sie von ihrem Dachboden aus, ihrem Freund im Westen zu. Die Mutter pflückt währenddessen Äpfel im Garten und wird dabei des Versuchs verdächtigt, die Flucht anzutreten. Der Vater, ein treuer Staatsfunktionär der DDR, betrachtet die exklusive Wohnlage als Zeichen seiner Loyalität zum Regime und übersieht die Belastungen, die seine Frau und Tochter tagtäglich ertragen müssen.
Martin Ahrends verwendet eine kluge, unmittelbare und humorvolle Sprache. Seine Schilderungen sind einprägsam, und Maria bleibt dabei der rote Faden. Auch heute noch kämpft sie mit den seltsamen Eigenheiten der deutsch-deutschen Geschichte.
"Szenen aus dem Grenzgebiet von Martin Ahrends " im Überblick
Szenen aus dem Grenzgebiet von Martin Ahrends
von Martin Ahrends
Produktion: 2001
| Sendezeit | So, 02.08.2026 | 17:04 - 18:22 Uhr |
| Sendung | SR kultur "HörspielZeit" |