Es geht auch "herrenlos": Auf ihrer neuen EP "Senza Padrone Baby", die am 8. Mai erscheint, begeistert die in Köln lebende Multiinstrumentalistin, Produzentin und Sängerin Maika Küster mit übersprudelndem Elektro-Pop zwischen Eighties-Ästhetik, Italo-Disco-Flair und Zukunftsmelodien, veredelt mit einer feinen (Post-)Punk-Attitüde.
Ein dräuender Synthie-Ton, E-Drums, die sich warmzulaufen scheinen, und eine tiefgepitchte Stimme, die einigermaßen unverständliche, aber latent drohend klingende Worte spricht, um mit einem diabolischen Lachen zu schließen – so beginnt "Michek's House Party" und damit die EP "Senza Padrone Baby" – ein wilder (musikalischer) Ritt, facettenreich, detailverliebt und aufregend.
Der Nachfolger von Maikas 2024er Debütalbum "Holy Noon" fordert während seiner etwa zwanzigminütigen Laufzeit nicht weniger als volle Aufmerksamkeit, belohnt diese aber mit einem Füllhorn an Ideen, geprägt von "einer künstlerischen Haltung, die Komplexität nicht scheut und Pop nicht für naiv hält." Die studierte Jazzsängerin und Komponistin schuf bereits Musik für Theater, darunter Produktionen am Schauspielhaus Bochum und an der Volksbühne Berlin, tourte durch Europa, Südostasien und den Nahen Osten und engagiert sich für mehr Sichtbarkeit von FLINTA-Personen im Jazz.
Heute besucht sie uns im studioeins, um im Interview über sich und ihre neue EP zu sprechen, und anschließend auch einen Eindruck davon zu geben, wie diese Songs live klingen.
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Folge vom 09.04.2026Maika
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Folge vom 09.04.2026Nnella"Ich wollte nie nach Berlin" heißt die neue EP der in Berlin lebenden Österreicherin, die ihre Musik als "Art-Pop, irgendwo zwischen Streicheln und Beißen" bezeichnet. Auf dem fünf (teils im Vorarlberger Dialekt gesungene) Stücke umfassenden Werk behandelt sie Themen wie auf die Spitze getriebene körperliche Selbstoptimierung, Einsamkeit, den Stand von Gleichberechtigung in den 2020er-Jahren, und setzt zudem mit "Nie wieder" ein klares politisches Statement gegen den gesellschaftlichen Rechtsruck.
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Folge vom 08.04.2026Lie NingDas so melancholisch-gefühlvoll gesungene wie (dank dezenter House-Beats) auch prima tanzbare "Utopia" bescherte Lie Ning Platz 40 der von den radioeins-Hörer*innen gewählten "100 besten Songs" des Jahres 2022, und auch das ein Jahr später folgende "Error" erfreute sich großer Beliebtheit. Nun meldet sich der in Berlin geborene und aufgewachsene, derzeit in London lebende Künstler mit der EP "Bullfight" und dem erklärten Ziel, damit Trost in schwierigen Zeiten zu spenden, zurück.
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Folge vom 07.04.2026MarteriaZwölf Jahre nach "Zum Glück in die Zukunft II" präsentiert Marten Laciny alias Marteria auf dem nächste Woche erscheinenden dritten Teil der Reihe "eine Mischung aus indirekt politischen und offen persönlichen Liedern." Damit demonstriert der gebürtige Rostocker einmal mehr nachdrücklich, dass er einer der originellsten, wichtigsten und somit zu Recht erfolgreichsten deutschen Rapper ist. icht "zwei Finger an den Kopf", sondern Hand aufs Herz: So erfolgreich die beiden ersten Teile von "Zum Glück in die Zukunft" auch waren, irgendetwas fehlte – schließlich waren die titelinspirierenden Abenteuer von Marty McFly und "Doc" Brown ja auch als Trilogie in die Filmgeschichte eingegangen. Nun wird Abhilfe geschaffen: Nachdem Laciny mit dem Album "Keine Intelligenz" und der dazugehörigen Tour 2024 sein "Alter Alter Ego" Marsimoto quasi zu Grabe getragen hatte, war es offenbar an der Zeit, innezuhalten und sich neu zu orientieren. Folgerichtig entstand aus dieser Phase der Reflexion der dritte "Zum Glück"-Teil, war doch die Idee der so betitelten Platten "stets: verarbeiten, was in den Jahren zuvor passiert ist, bei Marten Laciny und in der Welt." Und so schließt sich ein Kreis, "auch wenn nicht immer alles rund lief." Die neuen Tracks zeigen einen Wortschmied in Hochform, der eine breite Palette an Themen aufgreift: Von Sehnsucht nach Zugehörigkeit und Geborgenheit inmitten konstanter Überforderung ("Babylonia") über die eigene Rolle als "Troublemaker und Schlagzeilenlieferant" ("Problemarten") bis hin zu einer Liebeserklärung an die Musik beziehungsweise das Dasein als Musiker ("Schenk mir ein Intro"), der mit einer gehörigen Portion Selbstironie auch den Blick auf die gelegentliche eigene Divenhaftigkeit ("Mariah Carey") nicht scheut.