Im heutigen Gespräch geht es um einen Mann und eine Firma, die vor einigen Jahren vermutlich nicht allen so geläufig war: Stiebel Eltron. Das Familienunternehmen sitzt in Holzminden in Niedersachsen, hat rund 5500 Mitarbeiter und machte im vergangenen Jahr 1,1 Milliarden Euro Umsatz. Und das vor allem mit einem Gerät, das seit einigen Wochen für Wirbel sorgt. Die Wärmepumpe. Während sich das Land auf sie stürzte, schreckte uns der Verkauf einer Perle des Mittelstandes auf. Viessmann verkauft seine Klimatechnik an Carrier und sagt: Bei dem Spiel zählt Geld und Größe. Stiebel Eltron geht einen anderen Weg und investiert viele, viele Millionen in neue Fabriken, unter anderem in Deutschland. Das Unternehmen ist seit Jahrzehnten im Geschäft aktiv mit Warmwasser und Heiztechnik – und ein Spezialist für Wärmepumpen. Gegründet wurde das Ganze 1924 von dem Ingenieur und Betriebswirt Theodor Stiebel in Berlin. Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelte die Firma in die niedersächsische Kleinstadt Holzminden. Im vergangenen Jahr wurde die symbolische Umsatz-Milliarde geknackt. Fünf Jahre zuvor lag der Umsatz noch bei der Hälfte.
Seit Dezember 2012 führt Kai Schiefelbein Stiebel Eltron. Er wurde 1967 in Oberhausen geboren und studierte Maschinenbau in Essen. 1997 startete er bei Stiebel Eltron als Entwicklungsingenieur für Heizgeräte und Wärmepumpen. Später leitete er die Wärmepumpen-Produktentwicklung, wurde technischer Geschäftsführer der Gruppe und anschließend CEO.
Schiefelbein erzählt mir, wie sich der Viessmann-Verkauf auf den Wärmepumpenmarkt auswirkt, was den Standort Deutschland attraktiv macht und weshalb sein Unternehmen zwar auf Premiumprodukte setzt, aber nicht den „Bentley“ unter den Wärmepumpen produziert.
Mitarbeit: Johannes Grote, Anna Hönscheid
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Wirtschaft
Chefgespräch | Der True-Success-Podcast Folgen
Varinia Bernau (Ressortleiterin Management & Karriere) und Konrad Fischer (Ressortleiter Unternehmen & Technologie) diskutieren im Wechsel mit den wichtigsten Familienunternehmern, Top-Managerinnen und CEOs Deutschlands, wie es in der aktuellen Situation gelingt, erfolgreich ein Unternehmen zu führen – und wie sie selbst erfolgreich wurden. Dabei geben die Gäste faszinierende und unterhaltsame Einblicke in ihr Leben – als Inspiration für Ihren Karriereweg. Logodesign: Patrick Zeh
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338 Folgen
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Folge vom 08.06.2023Stiebel-Eltron-Chef Schiefelbein: „Wärmepumpen waren etwas für Nerds und Ökos“
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Folge vom 01.06.2023Hitschies-Chef Hitschler-Becker: „Der Zuckerpreis ist über 120 Prozent in die Höhe geschnellt“Mein heutiger Gast im Chefgespräch sagt von sich, dass er als Kind in einen Zuckertopf gefallen ist – und seine Karriere damit vorgezeichnet war. Sein Urgroßvater Ferdinand Hitschler handelte Ende der 1920er-Jahre mit Tabak und Lakritzbonbons. Dessen Sohn Walter Hitschler entdeckte in amerikanischer Kriegsgefangenschaft Bubblegum – und fand Gefallen daran. Der Kaugummihersteller Wrigley wollte ihn später sogar als Vertreter gewinnen, doch er wollte lieber selbst produzieren. Im Odenwald eröffnete er in den Fünfzigerjahren die erste deutsche Kaugummifabrik. Dort produziert Hitschler noch heute. Inzwischen ist also der Urenkel am Ruder. Seit 2017 führt Philip Hitschler-Becker das Unternehmen mit 150 Mitarbeitern, bekannt für saure Spinnenbeine, Drachenzungen, Schnüre und Ufos, mit Brausepulver gefüllte bunte Oblaten. Für einen Kölner Unternehmer versteht es sich fast von selbst, dass er nicht nur im Karneval Kamelle schmeißt, sondern auch Teil der Ehrengarde ist. Wir sprechen über das Geheimnis einer erfolgreichen Nachfolge in Familienunternehmen – und die Frage, warum er sich jetzt bereits darüber Gedanken macht, obwohl er gerade einmal Mitte dreißig ist. Hitschler-Becker erzählt mir, wie er es schafft, dass die Belegschaft geschliffene Hierarchien nicht mit Anarchie verwechselt, warum er samstags auf keinen Fall in seine E-Mails schaut, Hitschie trotz erfolgreicher neuer Strategie vor großen Herausforderungen steht – und natürlich auch, was er selbst am liebsten nascht. Mitarbeit: Johannes Grote, Anna Hönscheid *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als Chefgespräch-Hörerinnen und -Hörer: wiwo.de/chef-abo Helfen Sie uns, unsere Podcasts weiter zu verbessern. Ihre Meinung ist uns wichtig: www.wiwo.de/zufriedenheit Oder schreiben Sie uns an chefgespraech@wiwo.de
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Folge vom 25.05.2023True-Fruits-Marketingchef Lecloux: „Wir sind ein Haufen Kinder ohne Erwachsene“Mein heutiger Gesprächspartner kommt aus der Unterhaltungsindustrie. Und damit er das machen kann, muss er Saft herstellen. Genauer gesagt Smoothies. Die Idee kam drei Studenten nach einer Reise nach Schottland. Aber es war nicht Whiskey, den sie dort kennengelernt hatten, sondern jene dickflüssigen Säfte, die man sich gerne unterwegs oder morgens reinzieht, wenn man denkt, dass man mal seinen Vitaminhaushalt in den Griff bekommen muss. Nach einigen Experimenten in den Laboren ihrer Fachhochschule in Bonn gründeten die drei, Marco Knauf, Inga Koster und Nicolas Lecloux „True Fruits“ und eroberten damit den Smoothie-Markt. Und sie dominieren ihn auch noch heute. Ihr Markenzeichen: Glasflaschen, ausgefallene Sorten und ausgefallene Sprüche und Texte. Hauptsache Provokation. Deshalb scheuen sie sich auch nicht, Sorten mit dem Namen „Einhornkotze“ auf den Markt zu bringen. Das Besondere ist: Dahinter steckt keine Agentur, sondern ein Team von gut 30 Mitarbeitern. Und vor allem auch ein Kopf: Nicolas Lecloux. Marketing, sagt er, ist vor allem Unterhaltung. Und deshalb sagt Lecloux auch: „Wir werden lieber von einigen nicht gemocht, dafür aber von anderen gefeiert. Everybody's Darling ist auch Everybody's Arschloch.“ Und aus dieser Studentenidee ist ein Unternehmen von rund 62 Millionen Euro Umsatz geworden. Er ist inzwischen Vater von drei Kindern, testet nebenher heimlich Restaurants, postet Fotos von sich, wo er auf dem Klo sitzt. Und die Klobürste, können aufmerksame Beobachter erkennen, ist ein Pistolengriff. Er liebt Cheeseburger, träumt von seiner eigenen Show, isst gerne und geht sogar auf Jagd. Nicolas Lecloux erzählt mir, warum True Fruits inzwischen weniger auf Provokation setzt, welche Geschmacksrichtung richtig widerlich war, wie „grässlich“ Smoothies in Sachen Nachhaltigkeit sind – und er trotzdem nicht weniger als die Weltherrschaft anstrebt. Mitarbeit: Johannes Grote, Anna Hönscheid *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo Helfen Sie uns, unsere Podcasts weiter zu verbessern. Ihre Meinung ist uns wichtig: www.wiwo.de/zufriedenheit Oder schreiben Sie uns an chefgespraech@wiwo.de
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Folge vom 19.05.2023Numa-Chef Gaiser: „Ein wirklich gutes Unternehmen zu bauen dauert oftmals zehn Jahre“Meinen heutigen Gast hätte ich, wenn ich nachtragend wäre, gar nicht einladen dürfen: „Als Schrecken der Verlage“ bezeichnete ihn 2010 eine Fachzeitschrift, nachdem er Kaufda gegründet hatte. Das Internetportal sammelt regionale Angebote von Einzelhändlern und bringt sie aufs Smartphone, listet sie in Newslettern oder platziert sie auf Nachrichtenportalen im Internet. Das digitale Pendant zum Werbeblättchen im Briefkasten also – oder eben zwischen Zeitungsseiten. Ein Schrecken für Verlage. Aber zum einen bin ich nicht nachtragend. Zum anderen hat er inzwischen schon sein nächstes Unternehmen gegründet: Numa, einen Anbieter von Boutique-Hotels mit 57 Häusern in neun verschiedenen Ländern. Im vergangenen Jahr lag die Auslastungsquote bei 87 Prozent. Christian Gaiser erzählt mir, ob sich Frustrationstoleranz trainieren lässt – die nämlich braucht man als Gründer zweifelsohne. Erst recht, wenn ein paar Monate nach der Gründung einer neuen Hotelkette eine Pandemie ausbricht – und Reisen auf einmal tabu ist. Ich will von ihm wissen, wohin er selbst gern reist – und ob er dann ein pflegeleichter Hotelgast ist. Aber natürlich auch, ob er eigentlich Angst hat, dass ihn demnächst eine Fachzeitschrift als Schrecken all der Familienbetriebe im Hotelgewerbe tituliert. Schließlich ist er selbst in einer Hotelierfamilie im Schwarzwald groß geworden. Mitarbeit: Johannes Grote, Anna Hönscheid *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo Helfen Sie uns, unsere Podcasts weiter zu verbessern. Ihre Meinung ist uns wichtig: www.wiwo.de/zufriedenheit Oder schreiben Sie uns an chefgespraech@wiwo.de