"Schawumm!“ - das ist der Sound, den Ringsgwandl hört, wenn gestresste Paketzusteller die Türen ihrer Transporter zuschieben. Er beobachtet diese Helden des Alltags mit solidarischer Sympathie, so wie er die Welt überhaupt mit wachem Auge beobachtet.
Vieles fasst ihn an, vieles bringt ihn zum Nachdenken und Songs schreiben. Es gibt schöne und traurige Liebeslieder auf "Schawumm!“, und oft meint man, da hält Ringsgwandl nochmal innige Zwiesprache mit seiner verstorbenen Frau. Er ist gleich dreierlei, auf dieser Platte - der raubeinige Bluesmusiker, der auf bayerisch Sprüche raushaut, der Seismograph, der die Gesellschaft aufs Korn nimmt - und der 77jährige ältere Herr voller Melancholie. Trotzdem: es klingt frisch, was er da mit seiner langjährigen Band auf einem Dachboden überm Staffelsee eingespielt hat.
Weltmusik gemischt
Die hr2-Hörbar Folgen
Musik grenzenlos und global - Chanson, Folk, Jazz, Singer/Songwriter, Klassik oder Filmmusik – hier ist alles möglich
Folgen von Die hr2-Hörbar
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Folge vom 02.01.2026Georg Ringsgwandl: "Schawumm!“ & mehr Musik grenzenlos
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Folge vom 31.12.2025Eine kleine persönliche Bestenliste 2025 & mehr Musik grenzenlosAus den vielen Hörbars in diesem Jahr die besten neuen Alben, die beeindruckendsten Stimmen herauszufiltern, ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. So viel Musik, so viele Überraschungen! Wir versuchen‘s dennoch: individuell, in aller Bescheidenheit. An Jahresbestenlisten kann man sich trefflich abarbeiten: Waaas, dieses tolle Album nur auf Platz 10? Warum ist dieser sensationelle Jazz-Act nicht im Mix? Keine Angst, wir versuchen kein Ranking. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit servieren wir an der letzten Hörbar des Jahres unter anderem: Alison Krauss, Buntsprecht, toi et moi, Sababa 5, Jethro Tull, Tutu Puoane, Alma Naidu und viele andere mehr.
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Folge vom 30.12.2025Into the Winds: Alte Musik neu gedacht & mehr Musik grenzenlosDie Hörbar geht heute auf Zeitreise, an die Schwelle vom 14. zum 15. Jahrhundert. Schauplatz ist Frankreich im Hundertjährigen Krieg, die Herrschaft König Karls VI. Wir hören Musik von weniger bekannten Komponisten jener Zeit, gespielt von Into the Winds. Dieses französische Ensemble wurde 2017 gegründet. Es besteht aus fünf Multi-Instrumentalist*innen, die ihr Herz an die Alte Musik verloren haben. Das Spätmittelalter und die Renaissance sind ihre Spielweise, auch auf dem neuen Album "Le Grand Embrasement - Music for a Mad King". Darauf begeben sich Into the Winds in eine Zeit großer Umbrüche: Denn der Herrscher, Karl VI, wird 1392 für wahnsinnig erklärt und überlässt Frankreich anderen nach Macht gierenden Playern. Für dieses spannende Album gab es gerade die "Goldene Stimmgabel" des renommierten französischen Magazins "Diapason".
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Folge vom 29.12.2025Henning Schmiedt spielt Theodorakis & mehr Musik grenzenlosDie Bedeutung des griechischen Musikers, Komponisten, Widerstandskämpfers und Politikers Mikis Theodorakis für das 20. Jahrhundert ist kaum zu unterschätzen. Der Berliner Pianist Henning Schmiedt bekam seltene Einblicke in Theodorakis‘ Archiv - bewegend! Am 29. Juli 2025 wäre Mikis Theodorakis 100 Jahre alt geworden. Das bietet den Anlass, den Fans des großen Griechen eine wunderbare Trouvaille zu präsentieren: nämlich neue Arrangements von bisher unveröffentlichten Theodorakis-Stücken, die bis in die frühen 1940er Jahre reichen. "Es war, als blickte ich in das musikalische Tagebuch aus der Jugendzeit eines Genies", erinnert sich Schmiedt. Er konnte seine Versionen der Stücke dem Meister noch selbst präsentieren und sie mit ihm besprechen. Das Ergebnis hört man auf "Mikis Theodorakis - Lost Songs", arrangiert und gespielt von Henning Schmiedt.