Wie berichteten Medienschaffende über die Brandkatastrophe in Crans-Montana in der Neujahrsnacht? Wie ging die Presse mit Opfern und möglichen Verantwortlichen um? Welche Bilder zeigten sie – welche Namen nannten sie? Und welche Fragen stellten sie den Behörden – und welche nicht?
Schon kurz nach der Brandkatastrophe, die 40 Menschen das Leben kostete, wurden die Medien selbst zum Thema. Rücksichtslos und aggressiv verhielten sie sich teilweise: Verantwortliche wurden belagert, Grenzen der Angehörigen missachtet.
Im Medientalk arbeiten wir mit der Distanz der vergangenen Wochen die Berichterstattung schweizerischer und ausländischer Medien auf und ziehen eine erste Bilanz.
Zu Gast:
Rolf Cavalli (Chefredaktor Blick)
Susan Boos (Präsidentin Presserat)
Oliver Bono (Sonderkorrespondent SRF Crans-Montana)
Transparenzhinweis: In einer ersten Version war in der Frage bei Minute 30 die Rede davon, dass der Tages-Anzeiger die Kellnerin, deren Foto mit Helm und Champagnerflasche in der Hand um die Welt ging, mit Namen genannt hatte. Korrekt ist, dass unter anderem 20Minuten.ch, das wie der Tages-Anzeiger zur TX Group gehört, die Kellnerin mit Namen genannt hatte und in der Berichterstattung auf den Tages-Anzeiger als Quelle verwiesen hatte. Der Tages-Anzeiger jedoch erwähnt den Namen in seiner Recherche nicht.
Medien
Medientalk Folgen
Einmal im Monat wird auf SRF 4 News über Journalismus, über die Medien und über den gesellschaftlichen Umgang mit Medien gesprochen. Die Rolle der Medien, ihrer Nutzerinnen und Nutzer sowie ihrer Macherinnen und Macher sind die Grundlage für die Gespräche im «Medientalk»
Folgen von Medientalk
50 Folgen
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Folge vom 17.01.2026Medientalk: Crans-Montana – die Rückkehr des Boulevards?
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Folge vom 27.12.2025Medientalk: UKW ist tot - lang lebe UKWDie Politik hat entschieden: UKW wird weitersenden. Die SRG will mit ihren Sendern zurückkehren. Am lautesten für UKW gekämpft hat der Radiopionier Roger Schawinski. Wird er nun leiser? 2025 war ein weiteres, schwieriges Jahr für den Journalismus. Die Zahl der Newsdeprivierten steigt. Rund 47% der Schweizer Bevölkerung haben kaum oder, wenn überhaupt, nur noch sporadischen Kontakt mit Nachrichtenjournalismus. Gleichzeitig ist die Zahl der journalistischen Stellen weiter gesunken und international steht die Pressefreiheit so stark unter Druck wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Wir ziehen Bilanz. Und: der Hass in den Kommentarspalten. Erstmals misst ein Projekt die Zahl der verfassten Kommentare und erste Resultate zeigen: Der grösste Teil der Hassnachrichten stammt von wenigen Userinnen und Usern. Die Gäste im Medientalk: Valentin Rubin (Reporter ohne Grenzen) Susanne Wille (Direktorin SRG) Roger Schawinski (Radio 1) Laura Bronner (Public Discourse Foundation)
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Folge vom 29.11.2025Ringier verkauft ungarische Medien – Gefahr für Pressefreiheit?Der Schweizer Verlag Ringier verkauft sein Medienportfolio in Ungarn – darunter auch die Boulevardzeitung «Blikk», eine der grössten Zeitungen des Landes. Käuferin ist Indamedia, ein regierungsnaher Verlag in Ungarn. Blikk gilt in Ungarn als eines der letzten grossen Blätter, die noch unabhängig und regierungskritisch berichten. Doch damit könnte schon bald Schluss sein, befürchten Kritikerinnen und Kritiker. In sechs Monaten wählt das Land ein neues Parlament, und Regierungschef Viktor Orbán steht unter Druck. Ringier widerspricht: Die Unabhängigkeit der Redaktion sei auch weiterhin gewährleistet. Und: Im Vereinigten Königreich steht die Mutter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks massiv unter Druck. Die BBC gibt Fehler in ihrer Berichterstattung zu und entschuldigt sich bei US-Präsident Donald Trump. Doch damit dürfte das Problem nicht gelöst sein. Gäste im Medientalk: Gábor Polyák (Professor, ELTE-Universität Budapest) Marc Walder (CEO Ringier) Patrik Wülser (Grossbritannien-Korrespondent SRF)
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Folge vom 25.10.2025Medientalk: Fast jede zweite KI-News enthält gravierende FehlerMillionen Menschen weltweit informieren sich bereits mit Hilfe von KI-Assistenten wie ChatGPT oder Perplexity. Jetzt zeigt eine neue, grossangelegte Studie der European Broadcast Union EBU: Fast jeder zweite News-Artikel enthält gravierende Fehler. Rund 270 Journalistinnen und Journalisten von 22 öffentlich-rechtlichen Medien wie BBC, ARD, RAI oder SRF haben mehr als 2700 KI-generierte Newsantworten und Quellen nachgeprüft und liefern damit erstmals eine Länder- und sprachübergreifende Analyse, die zeigt, wo Medienschaffende besonders vorsichtig sein sollten im Umgang mit künstlicher Intelligenz. Parallel dazu zeigt eine Untersuchung des Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich, wie Medienschaffende in der Schweiz KI im Arbeitsalltag einsetzen und welche Herausforderungen dabei entstehen. Diese neuen Erkenntnisse verdeutlichen die Notwendigkeit verbesserter Medienkompetenz und sorgfältiger Prüfung bei der Nutzung von KI-gestützten Nachrichtenquellen.