Sprit, Gastronomie, Hotels: In Polen ist zwar vieles preiswerter, aber Polen ist weit mehr als nur ein kostengünstiges Nachbarland. In diesem Jahr feiern Deutschland und Polen 35 Jahre Deutsch-Polnischen Nachbarschaftsvertrag. Und um auch der historischen Verantwortung gerecht zu werden, will die Bundesregierung im nächsten Jahr ein Denkmal für die polnischen Opfer des Zweiten Weltkriegs in Berlin bauen. Rolf Nikel hat die deutsche Politik gegenüber Polen als Diplomat jahrelang mitgestaltet. Von 2014 bis 2020 war er dort Botschafter und kann heute auf mehr als 40 Jahre diplomatische Karriere zurückblicken. Neben Warschau arbeitete er auch in Moskau, Nairobi, Paris und Washington sowie 14 Jahre im Bundeskanzleramt unter Helmut Kohl, Gerhard Schröder und Angela Merkel. Als heutiger Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik treibt ihn vor allem die weltpolitische Lage um, über die er aktuell das Buch veröffentlicht hat “Der schmale Grat: Die Kunst der Diplomatie in Zeiten des Umbruchs”. In “Thadeusz lang & breit” spricht Jörg Thadeusz mit Rolf Nikel darüber, was wir aus der Vergangenheit von der Diplomatie lernen können und wie er Polen unter dem rechtspopulistischen Präsidenten Karol Nawrocki einordnet.
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Eine volle Stunde mit einem der besten Moderatoren Deutschlands: Jörg Thadeusz nimmt sich Zeit für aktuelle und hintergründige Themen mit Tiefgang und Muße. Mit Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft beleuchtet er, warum sie denken, wie sie denken - mit einigen blutdruckfördernden Zutaten wie den "fünf fiesen Fragen". Gepflegte Unterhaltung im besten Sinne.
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Folge vom 12.05.2026Thadeusz lang & breit: heute mit Rolf Nikel
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Folge vom 28.04.2026Thadeusz lang & breit: heute mit Ole von BeustFriedrich Merz sagt gern viele Dinge “ganz klar”. Die SPD musste nach den Landtagswahlen “ehrlich zu sich selbst sein”. Und die wirtschaftliche Lage in Deutschland wird von vielen Politikern derzeit zur “Chefsache” erklärt. Die Politik hat ihre ganz eigene Sprache, so wie die Wissenschaft oder andere Experten ihres Fachs auch. Mit dem Unterschied: Bei der Politik hört jeder hin. In einer Zeit, in der Bürgerinnen und Bürger zunehmend weniger den politisch Verantwortlichen vertrauen, nimmt sich Ole von Beust diese Sprache vor und versucht zu vermitteln. 17 Jahre lang war er Berufspolitiker, davon neun als Erster Bürgermeister in Hamburg. 2001 gelang es ihm das erste Mal, nach 44 Jahren SPD-Vorherrschaft Hamburg wieder von der CDU führen zu lassen. Dafür ging er sogar eine Koalition mit der rechtspopulistischen Partei PRO ein. Später konnte er eine CDU-Alleinregierung etablieren und schließlich das erste schwarz-grüne Bündnis auf Landesebene bilden. In seinem aktuellen Werk “Am Ende des Tages - Politische Floskeln von A bis Z” nimmt er nun Politikersprech unter die Lupe und wird diese und die aktuelle Politik mit Jörg Thadeusz in “Thadeusz lang & breit” analysieren.
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Folge vom 21.04.2026Thadeusz lang & breit: heute mit Marianne LudesDas teuerste, jemals in Deutschland versteigerte Kunstwerk stammt von Max Beckmann. Sein 1943 im Amsterdamer Exil gemaltes “Selbstbildnis gelb-rosa” gilt als Meisterwerk des Expressionismus und erzielte 2022 eine Rekordsumme von 20 Millionen Euro, versteigert von der Villa Grisebach in Berlin. Aber auch vorher war der höchste Auktionspreis für ein Gemälde in Deutschland ein Beckmann. Als 2018 sein Werk “Die Ägypterin” für 5,5 Millionen Euro verkauft wurde, war zufällig Marianne Ludes anwesend - und stieß auf die interessante Verbindung von Max Beckmann, seiner Frau Mathilde Kaulbach und die des Kunsthistorikers Erhard Göpel. Und so verewigte sie die Geschichte 2025 in ihrem ersten literarischen Roman “Trio mit Tiger”. Bei “Thadeusz lang & breit” erzählt sie Jörg Thadeusz diese Geschichte, aber auch die des Potsdamer Zuckerfabrikanten Ludwig Jacobs, in dessen Villa sie heute lebt, und was Lesebegeisterte dieses Jahr auf dem Literaturfestival Potsdam erwartet, dem sie seit 2022 vorsteht.
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Folge vom 14.04.2026Thadeusz lang & breit: heute mit Prof. Dr. Jörg BaberowskiLiberale Demokratien gehören derzeit zu den seltensten Regierungsformen der Welt. Laut letztem V-Dem-Bericht, der jährlich die Demokratiequalität weltweit misst, liegt ihr Anteil bei 29 Ländern. Weniger als 12 Prozent der Weltbevölkerung leben demnach in einer liberalen Demokratie - so wenige wie seit 50 Jahren nicht mehr. Deutschland gehört offiziell noch dazu. Aber wie definiert sich eigentlich eine liberale Demokratie? Was unterscheidet sie von einer sogenannten elektoralen Demokratie? Und wie passt der Populismus da hinein? Begrifflichkeiten, mit denen sich der Historiker Dr. Jörg Baberowski in seinem neuen Buch “Am Volk vorbei - Zur Krise der liberalen Demokratie” auseinandersetzt. Als Professor für Geschichte Osteuropas an der Humboldt-Universität zu Berlin beschäftigt er sich bereits seit Jahrzehnten mit Diktaturen und Herrschaftsformen. In “Thadeusz lang & breit” spricht Jörg Thadeusz mit ihm deshalb über die Abgrenzungen zwischen elektoraler und liberaler Demokratie und Ungarn nach der Wahl.