Der Zivilschutz in Deutschland wird von der Politik zu sehr vernachlässigt, warnt Martin Schelleis. Er muss es wissen, denn er hat sich Zeit seines Lebens in den Dienst Deutschlands gestellt - bis heute.
Als ausgebildeter Kampfjetpilot der Luftwaffe weiß er, wie man einen Eurofighter oder einen Panavia Tornado fliegt, er hat Einsatzgeschwader in Afghanistan geleitet und sowohl im Bundesverteidigungsministerium als auch als militärischer Planer für die NATO gearbeitet. Zuletzt führte er über acht Jahre lang, bis Mai 2024, als Inspekteur die Streitkräftebasis, eine der größten militärischen Organisationseinheiten der Bundeswehr. In dieser Zeit war er als Nationaler Territorialer Befehlshaber auch für Hilfseinsätze bei der Corona-Pandemie und im Hochwasser-Katastrophengebiet Ahrtal zuständig.
Erfahrungen, die er heute in seiner neuen Funktion bei den Maltesern einbringt: als Bundesbeauftragter für Krisenresilienz, Sicherheitspolitik und zivil-militärische Zusammenarbeit.
In "Thadeusz lang & breit" spricht Jörg Thadeusz mit dem Generalleutnant a.D. der Luftwaffe über seine Laufbahn und die aktuelle Lage des Zivilschutzes.
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Eine volle Stunde mit einem der besten Moderatoren Deutschlands: Jörg Thadeusz nimmt sich Zeit für aktuelle und hintergründige Themen mit Tiefgang und Muße. Mit Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft beleuchtet er, warum sie denken, wie sie denken - mit einigen blutdruckfördernden Zutaten wie den "fünf fiesen Fragen". Gepflegte Unterhaltung im besten Sinne.
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Folge vom 15.07.2025Thadeusz lang & breit: heute mit Martin Schelleis
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Folge vom 08.07.2025Thadeusz lang & breit: heute mit Dr. Gesa KessemeierIm Berlin der 1910er und 1920er Jahre war der Potsdamer Platz ein Zentrum der Mode und der Kunst. Allein in der heutigen Herbert-von-Karajan-Straße, der damaligen Matthäikirchstraße, lebten zu dieser Zeit 17 Millionäre. Berlins beste Gesellschaft ging im Tiergartenviertel ein und aus - und prominente Kundinnen wie Lilian Harvey oder Marlene Dietrich bekamen dort ihre Outfits. Viele der mehrheitlich jüdischen Mode- und Kunstschaffenden wurden jedoch nach 1933 von den Nationalsozialisten ermordet oder in die Emigration gezwungen und die Erinnerung an die Berliner Haute Couture der damaligen Zeit ganz bewusst ausgelöscht. Die Mode- und Zeithistorikerin Dr. Gesa Kessemeier hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen weißen Fleck in der Erinnerungskultur wieder sichtbar zu machen. Schon seit den 90er Jahren forscht sie zur Modegeschichte der Stadt, heute u.a. an der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin im Forschungsprojekt „Die Kunstgeschichte(n) des Tiergartenviertels“. Mit ihrem neuen Werk “Modestadt Berlin: Geschichte der Berliner Konfektion und Modesalons 1836-1936 - 50 Porträts” legt sie ein neues Standardwerk vor und will nach hundert Jahren adäquat an die ehemaligen Protagonisten der Modestadt Berlin erinnern.
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Folge vom 01.07.2025Thadeusz lang & breit: heute mit Güner Yasemin BalciIn Neukölln leben knapp 330.000 Einwohner aus mehr als 150 Nationen. Besondere soziale Brennpunkte darunter: die Sonnenallee, die seit dem 7. Oktober 2023 vor allem durch Hamas-Sympathisanten Schlagzeilen gemacht hat, und die Rollbergsiedlung. In letzterer liegt der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund bei etwa zwei Dritteln - und dazu gehört auch die Neuköllner Integrationsbeauftragte Güner Yasemin Balci. Als Tochter ostanatolischer Eltern ist sie im Rollbergviertel groß geworden. Aber sie hat ihre heutige Funktion nicht ohne Grund inne, denn sie weiß, wie Integration gelingen kann. In zahlreichen Reportagen und “Milieu-Romanen” hat sie ihre Erfahrungen mit Jugendlichen aus türkischen und arabischen Familien dokumentiert. Als Kritikerin konservativer Islamverbände setzt sie sich für einen liberalen, freiheitlichen Islam und gegen Antisemitismus ein. Bei “Thadeusz lang & breit” spricht Güner Yasemin Balci mit Jörg Thadeusz über die Herausforderungen von Migration und Integration sowie ihre eigene Aufstiegs- und Erfolgsgeschichte.
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Folge vom 17.06.2025Thadeusz lang & breit: heute mit Oberst Christoph ScheiblingAls Olaf Scholz Anfang Mai mit dem Großen Zapfenstreich aus dem Amt des Bundeskanzlers verabschiedet wurde, richteten sich alle Blicke auf die Militärmusiker, die ihm die Ehre erwiesen. Tatsächlich finden die meisten Zapfenstreiche in Deutschland aber ohne große mediale Resonanz statt. Denn Musik ist für die Soldaten das wichtigste Mittel militärischer Selbstdarstellung. Militärorchester begleiten Appelle, Gelöbnisse, Trauerfeiern - oder wie gerade aktuell den 1. Nationalen Veteranentag. Bei Jörg Thadeusz ist daher ein Mann zu Gast, der Musikalität und militärischen Dienst in sich vereint. Oberst Christoph Scheibling ist seit 2022 stellvertretender Leiter des Militärmusikdienstes sowie des Zentrums für Militärmusik der Bundeswehr und in designierter Stellung auf den Chefposten. Als ausgebildeter Offizier und Kapellmeister diente er schon im Stabsmusikkorps der Bundeswehr und stand verschiedensten Musikkorps vor. In “Thadeusz lang & breit” erklärt Christoph Scheibling, wieso Musik und Soldatentum untrennbar zusammengehören und wie Militärmusiker im Verteidigungsfall eingesetzt werden.