Als Jugendlicher interessierte sich Tomer Dotan-Dreyfus nicht für Politik. Das änderte sich im Jahr 2002, als die israelische Armee einen Anschlag auf einen hochrangigen Hamas-Führer im Gaza-Streifen verübte. Damals wurden viele Unschuldige getötet und sein Theaterlehrer brachte Tomer Dotan-Dreyfus dazu, sich in die Rolle der Angehörigen hineinzuversetzen. Seitdem weigert er sich, die Palästinenser nur als Feinde zu sehen. Er hat seinen Militärdienst in Israel abgebrochen und das Land verlassen; inzwischen lebt er in Berlin. Matthias Bertsch hat mit ihm über sein jüngstes Buch „Keinheimisch: Kindheit in Israel. Leben in Berlin“ gesprochen. Darin setzt er sich sehr persönlich und kritisch der alten und der neuen Heimat auseinander.
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Reden mit einem Menschen. Eine knappe Stunde lang. Eine Zumutung? Im Gegenteil: es ist die pure Verführung zum Zuhören.
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Folge vom 29.03.2026Tomer Dotan-Dreyfus, Schriftsteller
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Folge vom 22.03.2026Annika Kahrs, KünstlerinAnnika Kahrs hat ein Faible für die Melancholie verlassener Orte: Ehemalige Kirchen, Dörfer oder Kaufhäuser. An diesen Orten, die für die Gemeinschaft von Menschen geschaffen wurden, inszeniert die Künstlerin komplexe Videoarbeiten, geprägt durch Sounds, Musik und Performances. Im Mittelpunkt stehen Profi- und Laiendarsteller, manchmal auch Vögel oder Giraffen. Noch bis zum 3. Mai 2026 ist Annika Kahrs Werk der letzten 16 Jahre in einer Ausstellung im Hamburger Bahnhof in Berlin zu entdecken. Britta Bürger hat mit ihr gesprochen.
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Folge vom 15.03.2026Pascale Hugues, Journalistin und SchriftstellerinPascale Hugues ist eine französische Berlinerin. Seit 1989 berichtet sie für französische Zeitungen aus der deutschen Hauptstadt. Sie schreibt auch für den "Tagesspiegel": Über die Macken und Schönheiten Berlins, zum Beispiel über die Ähnlichkeiten der Stadt mit Straßburg, ihrer Heimat im Elsass. In ihrem neuen Buch "So voller Leben" erzählt Pascale Hugues von ihrer Mutter, die an einer bipolaren Störung litt und sich das Leben nahm. Doch außerhalb der depressiven Phasen hat Pascale Hugues ihre Mutter auch als mutige und freie Frau erlebt, sie hatte "zwei Mütter in einer", wie sie schreibt. Frank Meyer hat mit Pascale Hugues gesprochen.
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Folge vom 08.03.2026Ann Wertheimer, American Voices Abroad"Ich bin nicht wie die Kriegstreiber." Das war die Haltung der US-amerikanischen Berlinerinnen und Berliner, als sie zu Beginn des Irakkriegs vor über 20 Jahren den Verein "American Voices Abroad Berlin" gegründeten. Eine von ihnen war Ann Wertheimer. Heute ist Ann Wertheimer Vorsitzende des Vereins und erhebt ihre Stimme gegen Trump-Amerika. Ihre Eltern waren vor den Nazis aus Deutschland in die USA geflohen. 1971 ging sie als Lehrerin für ein Austauschjahr nach Berlin und blieb – wegen der aufregenden Stadt und der Liebe zu ihrem späteren Ehemann. Katrin Heise spricht mit Ann Wertheimer über das wechselhafte deutsch-amerikanische Verhältnis – im Großen wie im Kleinen.