"Jede vernünftige Meinung entsteht aus der Konfrontation" Giovanni di
Lorenzo ist Chefredakteur der Zeit und Fernseh-Moderator. Im Podcast
"Frisch an die Arbeit" erzählt er, warum ihn autoritäres Gehabe im Job
nicht weiterbringt.
"Es gibt keine Ausbildung zum Chefredakteur, dabei ist das ein Beruf,
den man vorbereiten müsste", sagt Giovanni di Lorenzo, der seit dem Jahr
2004 Chefredakteur der ZEIT ist. Mit autoritärem Gehabe müsse man
traditionell auf Eigenständigkeit und Unabhängigkeit gepolten
Redakteuren jedenfalls nicht kommen, erzählt er in der 100sten Folge des
Podcasts "Frisch an die Arbeit". Im besten Falle funktioniere es, wenn
man überzeugend sei: "Aber man muss die eigene Mannschaft vor sich her
treiben und also gedanklich immer etwas weiter sein." Di Lorenzo, der im
Jahr 1959 in Stockholm geboren wurde und in Hannover aufwuchs, sagt
außerdem, dass er eigentlich Manager oder Psychoanalytiker habe werden
wollen. Dann aber habe er durch ein Schulpraktikum "so etwas wie ein
Erweckungserlebnis" gehabt: "Am zweiten Tag meines Praktikums ließ mich
der Chef der Kulturabteilung einen Artikel über Angelo Branduardi
schreiben und als ich abends nach Hause gefahren bin, in meinem
schrottreifen Fiat 127, da wusste ich: Das will ich wenn es irgendwie
geht mein Leben lang machen."
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Talk
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Alle 14 Tage stellen Hannah Scherkamp, Elise Landschek und Daniel Erk spannenden Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft Fragen über ihr persönliches Verhältnis zu ihrer Arbeit. Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos Die ZEIT: www.zeit.de/podcast-abo
Folgen von Frisch an die Arbeit
215 Folgen
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Folge vom 31.08.2021Wie wird man Chefredakteur, Giovanni di Lorenzo?
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Folge vom 17.08.2021Kann man Klimaschutz einklagen, Roda Verheyen?„Das wir gegen die Bundesregierung gewonnen haben ist ein Epochenwechsel”, sagt Roda Verheyen. Die Hamburger Anwältin hatte im Frühjahr mit der sogenannten Klimaklage vor dem Bundesverfassungsgericht Erfolg. Die Obersten Richter gaben Verheyens Antrag recht, dass das Klimagesetz der Bundesregierung nicht ausreiche, um die von der Politik gesetzten CO2-Reduktionsziele zu erreichen. „Wir haben für junge Menschen gelten gemacht, dass das Klimaschutzgesetz die Zukunft nicht ausreichend schützt.“ Im Zeit-Online-Podcast “Frisch an die Arbeit” erzählt Verheyen, 49, heute eine der führenden Klimanwältinnen, dass sie sich schon als Jugendliche für den Umweltschutz interessiert hat: „Ich stand 1992 in der Staatsbibliothek der Uni Hamburg, schaute mir den ersten Bericht des Weltklimarats an – und musste mich wirklich setzen. Weil mir die Dimensionen dieses riesigen Experiments, das wir mit dem steigenden CO2 mit der Erde durchführen, zum ersten Mal klar wurde.“ „Wir haben in der Klimakrise mindestens 20 Jahre verloren und das kreide ich allen führenden Politikerinnen und Politikern dieses Landes und auch der EU an“, sagt die Juristin. Auch die Gerichte hätten nicht schnell genug gehandelt: „Was jetzt passiert, sind sehr kleine Schritte und sie kommen sehr spät. Das tut mir vor allem für meine Kinder leid.“ [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
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Folge vom 03.08.2021Nimmt mir eine Künstliche Intelligenz den Job weg, Frau Zweig?„Wie erkennen heute gar nicht mehr, wo schon überall künstliche Intelligenz drin ist“, sagt die Informatik-Professorin Katharina Zweig. „Menschen waren mal erschüttert, dass Computer Schach spielen können. Heute sind wir erschüttert, dass Computer Texte schreiben können”, sagt Zweig im Podcast “Frisch an die Arbeit.” Zweig, die ursprünglich Biochemie studierte und über ihr Interesse für Programmierung zur Informatik kam, promovierte zur Analyse komplexer Netzwerke und leitet heute den Studiengang Sozioinformatik an der Technischen Universität in Kaiserslautern. „In den USA wird in Gerichtsräumen bereits Software verwendet um vorherzusagen, ob Kriminelle wieder rückfällig werden. Und auch in großen Sprachschulen werden solche Programm routinemäßig eingesetzt um Noten vorherzusagen”, sagt Zweig im Podcast. Das habe mehrere Vorteile, weil die Algorithmen in der Lage seien Muster zu erkennen und viel schneller zu Bewertungen zu kommen – rechtlich und moralisch sei das aber natürlich auch problematisch. „Wenn es darum geht, dass vor Gericht etwas entschieden wird, dass man als Arbeitslose klassifiziert wird oder dass Schulnoten maschinell erstellt werden, sollte man als Betroffene schon wissen, was da mit welchen Daten gemacht wurde”, sagt Zweig. Und natürlich sei auch die Arbeitswelt vom Einsatz solcher Datenverarbeitung betroffen – auch in Bereichen, in denen es nicht rein um Tabellen oder die Ablage von Informationen ginge. „Wenn es um komplizierte Griffe geht, die Roboter vor einigen Jahren noch nicht konnten, können sich die Computer das nun dank Künstlicher Intelligenz beim Menschen abschauen”, sagt Zweig. “Das sind also durchaus gefährdete Jobs.“ [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
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Folge vom 20.07.2021Wie wird man Stamm-DJ auf Ibiza, Solomun?"Ich versuche den Menschen mit meinen Sets ein Erlebnis zu ermöglichen, dass sie mit einem guten Gefühl nach Hause gehen und davon zehren" sagt der House-DJ Solomun, der in Clubs von Hamburg bis Ibiza und von Mexiko bis London auflegte und vermutlich bald wieder auflegt. Mladen Solomun, der in Bosnien geboren und in Hamburg aufgewachsen ist, erzählt bei "Frisch an die Arbeit", wie er nach der Schule erst als Trockenbauer in der Firma seines Vaters arbeitete, dann beim Film jobbte und sich schließlich als DJ versuchte. Mit seinem eigenen Label DIY und dem Underground-Club Ego wurde Solomun erst in Hamburg bekannt. Mit Remixen für Lana del Rey, die Editors und Paul Kalkbrenner und eigenen Clubhits dann auch in ganz Deutschland. Mittlerweile wird er weltweit als DJ gebucht und legt an einem festen Tag pro Woche auf Ibiza auf. "So eine DJ-Saison auf Ibiza ist sehr kräftezehrend", sagt Solomun. "Auf Ibiza werden die Partys mit großen Werbetafeln promotet, auch oft mit den Gesichtern der DJs." Entsprechend riesig seien auch die Veranstaltungen. Immerhin habe er mit den Jahren gemerkt wie wichtig es ist, häufiger Nein zu sagen", sagt Solomun. Zwei Auftritte an einem Abend mache er mittlerweile überhaupt nicht mehr, erzählt Solomun im Podcast: "Früher wurde ich schon oft gefragt: ‘Hey, du spielst doch an diesem Abend in Amsterdam, willst du nicht auch noch in Belgien bei diesem Festival auflegen, wir lassen dich einfach mit dem Helikopter einfliegen." [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.