Als Kind von den Taliban entführt und zur Zwangsarbeit gezwungen, gelingt dem Afghanen Eni Yousuf 2015 die Flucht in die Schweiz. Heute führt er ein Restaurant bei Bern – und erzählt in seinem Buch von Gewalt, Hoffnung und dem Kampf um ein selbstbestimmtes Leben.
Eni Yousuf verbrachte als Kind und Teenager sieben Jahre in Zwangsarbeitslagern der Taliban und erlebte Gewalt, Ohnmacht und Verzweiflung. Dann gelang ihm die Flucht über Iran, Türkei und Balkanroute nach Europa. In der Schweiz kämpfte er sich mit harter Arbeit zurück ins Leben, lernte Deutsch und absolvierte eine Ausbildung in der Gastronomie.
Seit 2024 betreibt er mit seiner Partnerin das Restaurant Zamarod in Wabern. In seinem Buch schildert er seine traumatische Vergangenheit, aber auch seinen unbeirrbaren Willen, neu anzufangen – und zeigt, wie weit ein Mensch trotz widrigster Umstände kommen kann.
Buchhinweis:
Eni Yousuf: Nach oben und von dort über die Dächer. Meine Flucht. Cosmos, 2025.
FeatureKultur & Gesellschaft
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Folge vom 10.07.2026Sklave der Taliban – Eni Yousufs langer Weg in die Freiheit
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Folge vom 03.07.2026Die ungeheuer normale Welt des J. J. Voskuil (W)Er arbeitete 30 Jahre lang als Volkskundler in einem Amsterdamer Institut. Nach seiner Pensionierung schrieb er sich sein Arbeitsleben in über 5'000 Seiten von der Seele. Mit der siebenteiligen Romanreihe «Das Büro» landete J. J. Voskuil (1926-2008) in den Niederlanden einen gigantischen Erfolg. Aus Voskuils Nachlass erschien 2023 ein weiteres Buch auf Deutsch. «Die Nachbarn» seziert das Zusammenleben und erzeugt mit seinen 300 Seiten einen ähnlichen Sog wie der Mammutroman «Das Büro». Was Voskuils ungeheuer normale Welt so packend macht, erläutern die Literaturredakteurin Katharina Borchardt, der Übersetzer Gerd Busse, die Verlegerin Nelleke Geel und die Literatursoziologin Carolin Amlinger. Erstsendung: 15.3.2024 Buchtipps: J. J. Voskuil. Das Büro 1-7. Aus dem Niederländischen von Gerd Busse. Verbrecher Verlag. J. J. Voskuil. Die Nachbarn. Aus dem Niederländischen von Gerd Busse. Wagenbach Verlag.
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Folge vom 26.06.2026Die offene Rechnung – was die USA ihren Schwarzen schuldenSie gilt als «Erbsünde Amerikas» und wird noch immer weitgehend verschwiegen und verdrängt: das jahrhundertelange Verschleppen, Verkaufen und Versklaven von Millionen von Menschen aus Afrika. Wo steht Amerika mit dieser Schuld heute, 250 Jahre nach seiner Gründung? Amerikas wirtschaftlicher Aufstieg wäre ohne die jahrhundertelange Ausbeutung von Millionen aus Afrika verschleppten und versklavten Menschen nicht möglich gewesen. Doch bis heute hat sich der Staat weder gegenüber den Opfern noch gegenüber deren Nachkommen je zu diesem beispiellosen Verbrechen gegen die Menschlichkeit bekannt, geschweige denn dafür entschuldigt. Zum 250. Bestehen der USA eine Reportage, in der es nicht nur um Reparation geht, sondern auch um die fehlende gesellschaftliche Aufarbeitung des schlimmsten Kapitels amerikanischer Geschichte, das bis heute nachwirkt.
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Folge vom 19.06.2026«Aus mir braust finstre Tanzmusik». Else Lasker-Schüler vertontMit etwa 2'500 Vertonungen wurde Else Lasker-Schüler so oft in Töne gekleidet wie keine andere deutschsprachige Dichterin. Welche Faszination geht von dieser Lyrik für Musikerinnen und Musiker aus? Eine Spurensuche in Wuppertal, Dresden und der Schweiz. Ihre Poesie selbst ist schon Musik, Gedichttitel wie «Ouvertüre», «Fortissimo» und natürlich das berühmte «blaue Klavier» künden davon. Paul Hindemith, Friedrich Hollaender und der zeitgenössische Schweizer Komponist David Philipp Hefti fanden ganz unterschiedliche Ansätze für Vertonungen. Aber auch Jazzer wie Ulrich Klan, die Schlagersängerin Katja Ebstein und junge Songwriterinnen wie Christa Abels beschäftigen sich mit den Versen der expressionistischen Poetin. 80 Jahre nach ihrem Tod in Jerusalem ist Else Lasker-Schüler zeitlos – als Kämpferin für Frauen- und Autorenrechte, als Friedensbotschafterin und nicht zuletzt als eine frühe Performance-Künstlerin.