Ist das gerade schon das Endspiel für Armin Laschet? Ein Gespräch über den Machtkampf in der CDU.
Jetzt hat sogar Markus Söder hinbekommen, was Armin Laschet noch schwer fällt: Der CSU-Chef hat Olaf Scholz zum Wahlsieg der SPD gratuliert. Auch andere CDU-Leute zweifeln inzwischen an Laschets Wahl-Interpretation, dass er den Auftrag zur Regierungsbildung habe. Und jetzt steht mit der Wahl des Fraktionsvorsitzenden von CDU und CSU ein erster Machtkampf nach dem Debakel an.
Das Wahlergebnis sei nicht das Ende der Volkspartei CDU, sagt der leitenden Politik-Redakteur Peter Fahrenholz. Aber auch in Deutschland komme es nun zu einem System mittelgroßer Parteien, die zusammen koalieren müssen. Für die Union sei bitter, dass sie laut Wahlanalysen stark bei den Älteren und auch bei den Jungen stark verloren hat. Merkels Politik habe letztendlich zu einer "inhaltlichen Entleerung" der Union geführt, da sie alle SPD-Forderungen übernommen habe. Trotzdem sei Merkel aber beliebt gewesen - und Laschet hatte sowohl die Partei als auch das Volk gegen sich. Bis dato habe er die Realität nicht anerkannt. "Die Geschichte der Union lehrt, dass man dort mit Wahlverlieren immer brutal umgesprungen ist", sagt Fahrenholz.
Weitere Nachrichten: Cum-Ex-Steuerskandal: Ex-SPD-Politiker unter Verdacht.
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Folge vom 28.09.2021Laschets Zukunft: "Mit Wahlverlierern springt die Union immer brutal um"
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Folge vom 27.09.2021"Laschet als Kanzler würde das Vertrauen in die Demokratie erschüttern"Für die Älteren hatte die Elefantenrunde in der ARD am Wahlabend etwas von einem Déjà-vu. CDU-Chef Armin Laschet machte gleich mehrfach den Gerhard Schröder. 2005 wollte der damalige Kanzler von der SPD partout nicht einsehen, dass er die Wahl verloren hatte. 16 Jahre wiederholt sich das mit einem anderen Kandidaten, einer anderen Partei, aber mit derselben Masche. Inklusive eines verdutzten SPD-Kandidaten Olaf Scholz. Dabei bleibt die CDU hinter der SPD und hat mit Laschet als Kanzlerkandidaten gerade das schlechteste Ergebnis in ihrer Geschichte einstecken müssen. Das ist eigentlich ein klarer Regierungsauftrag an die SPD, die Grünen und die FDP, sagt der Leiter des Berliner Parlamentsbüros der SZ, Nico Fried. Sowohl Laschet als auch CSU-Chef Markus Söder müssten zurückstecken, meint Fried. Erst wenn Scholz scheitern sollte, hätte die Union noch eine Chance auf das Amt des Regierungschefs. "Da muss man auch die Grünen in die Verantwortung nehmen. Einem so klaren Wahlverlierer ins Amt zu verhelfen, kann nicht sein. Das würde auch das Vertrauen in demokratische Abläufe und in die Institutionen an sich schwer erschüttern." Trotz aller Unterschiede zwischen Grünen und FDP müssten Kompromisse gefunden werden, alles andere sei anti-demokratisch. Er erwarte, dass Scholz bis Weihnachten Kanzler sei. **Weitere Nachrichten:** Erfolg für Volksentscheid zur Enteignung großer Wohnungskonzerne in Berlin, Ehe für alle jetzt auch in der Schweiz. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Franziska von Malsen Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über ARD.
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Folge vom 26.09.2021"Deutschland ist mit dieser Wahl schweizerischer geworden"SPD und Union wollen beide den künftigen Kanzler stellen. In einer Dreierkoalition. Dafür gibt es Vorbilder. Sowohl die Union unter Armin Laschet als auch die SPD von Olaf Scholz erheben nach dieser Bundestagswahl den Anspruch, den nächsten Kanzler zu stellen. CDU/CSU wohlgemerkt, obwohl sie das historisch schlechteste Ergebnis im Bund einfährt. Doch mit wem? Die FDP kommt auf nicht ganz zwölf Prozent, die Grünen auf ein Ergebnis um die 14 Prozent. Diese beiden Parteien werden die Königsmacher. Es wird möglicherweise Monate dauern, bis ein neuer Kanzler gefunden wird. Eine Regierungsbildung auch als zweitstärkste Kraft sei nicht ausgeschlossen, meint SZ-Chefredakteurin Judith Wittwer. "Deutschland ist mit dieser Wahl ein Stück schweizerischer geworden", sagt die gebürtige Schweizerin. Dreierkonstellationen seien in der Schweiz schon bekannt. Das seien Koalitionen, bei denen Kompromisse gesucht werden müssten - sie bieten aber auch große Chancen, so Wittwer. Nachrichten: SPD gewinnt in Mecklenburg-Vorpommern, Grüne und SPD in Berlin fast gleichauf. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über ARD und ZDF.
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Folge vom 24.09.2021Die letzten Stunden vor der Wahl: die SZ-SchlussrundeDieser Wahlkampf dauerte lang und lebte von Aufholjagden und tiefen Fällen. Warum es spannend wurde, darüber spricht Kurt Kister. Am Sonntag ist es so weit: Deutschland wählt ein neues Parlament und damit auch indirekt eine neue Regierung. Über die drei Personen, die sich für die Nachfolge von Angela Merkel bewerben, haben wir in den vergangenen Wochen viel gesprochen. Aber warum stehen die Parteien gerade so da? Welche Koalition ist wahrscheinlich? Und wie ist der SPD diese verrückte Aufholjagd gelungen? Kurt Kister beobachtet seit Jahren die Berliner Politik, Kanzler, die Kanzlerin und auch diejenigen, die für dieses Amt kandidieren. Er redet in dieser Folge über seine Eindrücke aus diesem Wahlkampf und warum er findet, dass die Personalisierung nichts außergewöhnliches ist. Weitere Nachrichten: Freitagsdemo von Fridays for Future, EU wirft Russland Cyberattacken vor. **Redaktion, Moderation:** Jean-Marie Magro **Redaktion:** Vinzent-Vitus Leitgeb **Produktion:** Justin Patchett