In seiner zweiten Amtszeit rechnet Donald Trump ab. Er verwandelt das Justizministerium in ein Werkzeug der Vergeltung, während er Anhänger und Verbündete begnadigt. Es ist unklar, ob sich der Rechtsstaat davon erholt.
Trump macht keinen Hehl daraus, dass er auf Vergeltung aus ist. «Ich wurde gejagt, von sehr schlechten Menschen, aber jetzt bin ich der Jäger», sagte er im Mai. Trump, der erste US-Präsident der angeklagt und verurteilt wurde, sieht sich selbst als Opfer einer instrumentalisierten Justiz.
Nun richtet er das mächtige Justizministerium seinerseits gegen seine Gegner. Er hat die traditionelle Unabhängigkeit der Bundesstaatsanwaltschaft aufgehoben und fordert die Strafverfolgung jener, die er zu seinen Feinden zählt. Verbündete, die verurteilt wurden, begnadigt er – auch jene, die am 6. Januar 2021 das Kapitol in Washington stürmten.
«Es ist niederschmetternd, den Niedergang des Rechtsstaates mitansehen zu müssen», sagt Andrew Weissmann, der jahrelang ein führender Bundesstaatsanwalt war. Trump schafft eine Blaupause dafür, wie Präsidenten Strafverfolgungen für ihre Zwecke einsetzen können. Die Schutzmechanismen, welche Staatsanwälte von politischer Einflussnahme abschirmen sollten, haben sich als zu schwach erwiesen. «Wenn rechtsstaatliche Regeln einmal verletzt wurden, ist es schwierig, den Geist wieder in die Flasche zu bringen», sagt John Jones, ein ehemaliger Bundesrichter.
Politik
Echo der Zeit Folgen
«Echo der Zeit» ist die älteste politische Hintergrundsendung von Radio SRF: Seit 1945 vermittelt die Sendung täglich die wichtigsten Nachrichten, Berichte, Reportagen, Interviews und Analysen über das aktuelle Zeitgeschehen. Abonnieren Sie den «Echo der Zeit» Newsletter und erhalten Sie jeden Samstag das Beste der Woche.
Folgen von Echo der Zeit
100 Folgen
-
Folge vom 05.07.2026International: Wie Trump die Justiz zur Waffe macht
-
Folge vom 04.07.2026AfD-Parteitag in Erfurt weckt historische AssoziationenIn Erfurt findet an diesem Wochenende der Bundesparteitag der AfD statt – auf den Tag genau 100 Jahre nach dem Reichsparteitag der NSDAP in Weimar. Die Stadt bereitet sich seit Wochen auf ein Ausnahmewochenende vor. Eine breite Allianz rief zu Protesten auf. Die Sorge vor Ausschreitungen ist gross. (00:00) Intro und Schlagzeilen (01:27 ) AfD-Parteitag in Erfurt weckt historische Assoziationen (06:34) Nachrichtenübersicht (11:14) Fort Ticonderoga erinnert an Amerikas Unabhängigkeitskrieg (16:39) Israels Wirtschaft wächst trotz des Krieges (23:49t) Papst Leo setzt in Lampedusa ein Zeichen gegen das Wegschauen
-
Folge vom 03.07.2026Millionen Trauergäste für Chameneis Begräbnis erwartetIm Iran haben die Trauerfeiern für das ehemalige Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei begonnen. Die Feierlichkeiten dauern mehrere Tage. Millionen Trauergäste werden erwartet. Professor Cyrus Schayegh führt im Interview aus, was das Regime mit der Inszenierung bezweckt. (00:00) Intro und Schlagzeilen (01:16) Millionen Trauergäste für Chameneis Begräbnis erwartet (07:29) Nachrichtenübersicht (11:34) Russlands paradoxer Umgang mit Korruption (20:34) Ein verkürzter Nato-Gipfel, damit sich Trump nicht langweilt (26:16) Wenn dem Wasserschloss das Wasser ausgeht (30:08) Westschweiz sorgt sich um Patois (34:42) Türkei plant die erneute Inbetriebnahme einer Kulteisenbahn
-
Folge vom 02.07.2026Was taugt das neue Reformpaket in Deutschland?Mit Steuerentlastungen für kleine und mittlere Einkommen, Bürokratieabbau, einem flexiblen Arbeitsmarkt und der Erhöhung des Rentenalters will die deutsche Regierung das Land modernisieren. Die Politologin Jasmin Riedl erklärt, warum das kaum der grosse Befreiungsschlag der Koalitionsregierung ist. (00:00) Intro und Schlagzeilen (01:12) Was taugt das neue Reformpaket in Deutschland? (07:55) Nachrichtenübersicht (12:08) Die IV braucht mehr Geld (17:03) Die weitreichenden Zugeständnisse der USA an den Iran (24:00) Die Prognosen(un-)genauigkeit der Bundesverwaltung (28:12) Wie umgehen mit dem Riesengeschenk für die ETH? (33:05) Der Spitalskandal in Solothurn (36:09) Der deutsche Bundespräsident radelt über die Schweizer Grenze