Kultur & GesellschaftRegionales
Radio FRO 105,0 Folgen
Freier Rundfunk Oberösterreich GmbH Kirchengasse 4 A-4040 Linz Radio FRO sendet 24 Stunden täglich auf der Frequenz 105.0 Mhz im Raum Linz und Umgebung und auf der Frequenz 102.4 MHz im Gebiet Urfahr West/Eferdinger Becken. Im Liwest- und im WAG-Kabel sind wir zu hören auf 95.6 Mhz und im Internet unter http://www.fro.at/livestream Radio FRO folgen auf... ‣ www.facebook.com/RadioFRO ‣ www.instagram.com/radiofro ‣ www.twitter.com/RadioFRO ‣ www.youtube.com/RadioFROLinz Möglichkeiten zum Mitmachen: ‣ selbst eine Radiosendung machen (lernen) ‣ leistbare Radioworkshops und Radioausbildungen ‣ Mitglied des Redaktionsteams des Infomagazins FROzine des Kultur- und Bildungskanals oder Freundeskreis werden. Werde Radio FRO-Freund*in! Radio FRO Newsletter abbonieren
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Folge vom 15.01.2026„Nur in kleinen Schritten kommt man dem Ziel täglich etwas näher“Die Sonderausstellung SCHAU! SAMMLUNG. Eine Sichtbarmachung musealer Arbeit und ihrer Objekte endet am Sonntag, dem 25. Jänner 2026. Im Rahmen einer Kooperation zwischen KUVA Leonding und Radio FRO berichten wir in einer dreiteiligen Sendereihe über die Ausstellung sowie über das Vernetzungstreffen Die Sprache der Dinge. Depots – Sammlungen – Archive, das am 10. Dezember 2025 stattgefunden hat. In diesem zweiten Teil der Reihe sind Ausschnitte von zwei Impulsvorträgen des Netzwerktreffens zu hören. Ein laufendes Projekt in Verbindung mit der Sonderausstellung ist die Umschrift einer etwa 500 Seiten langen Chronik der Stadt Leonding. Zur Transkription und Digitalisierung des handschriftlichen Dokuments kommen auch KI-gestützte Methoden zum Einsatz, wie die an der Uni Innsbruck entwickelte Software Transkribus. Bettina Hager vom Stadtmuseum Leonding gab einen Praxiseinblick zur Verwendung von Transkribus für die automatisierte Transkription von historischen Handschriften und Drucken. Einen weiteren Blick hinter die Kulissen musealer Arbeit gab es in dem Vortrag Oh, what a Mess I’m in. – Getting organised a collection! von Anita Giuliani. Giuliani hat die Neuorganisation der Depots der Stadt Wels geleitet und berichtete von verschiedenen Herausforderungen, welche die Inventarisierung und Digitalisierung der Sammlungsbestände begleiteten. Link zur Ausstellung Veranstaltungshinweis: Am Freitag, dem 23. Jänner 2026, von 15:00-16:30 Uhr begleiten die Kuratorinnen Bibiana Weber und Michaela Reisenberger zum letzten Mal Besuchende durch die Sonderausstellung. Die beiden Ausstellungsmacherinnen erzählen von der Geschichte der Heimatkundlichen Sammlung Leonding und vom Sammeln, Inventarisieren und Bewahren von Objekten. Dabei wird die museale Arbeit, die sonst jenseits der Öffentlichkeit stattfindet, sichtbar gemacht. In einer der Ausstellungsstationen können Besuchende selbst aktiv werden und erfahren, was es heißt, ein Objekt zu inventarisieren. Diese Sendung entstand mit Unterstützung des Leondinger Kultur- und Veranstaltungsservice. Beitragsbild: KUVA Leonding GmbH
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Folge vom 15.01.2026Kältetelefon in OberösterreichSeit Tagen wird aufgrund der niedrigen Temperaturen auf die Kältetelefone in den Bundesländern hingewiesen. In Oberösterreich wird die Nummer von B37 angegeben. Wie funktioniert dieses Angebot genau? Es ist wichtig zu betonen, dass es sich bei dem Kältetelefon um keine Notrufnummer handelt, auch zeitnah den Hinweisen nachgehen kann OBST nicht. OBST bezeichnet das aufsuchende Streetwork Angebot vom Sozialverein B37. Die Teamleiterin Isolde Waltenberger betont, dass sie allen Anrufen und E-Mails nachgehen, aber da die Sozialarbeiter*innen meistens so und so schon unterwegs sind und mit den wohnungslosen Personen in Linz Kontakt haben. Das ist auch ein wichtiger Hinweis, B37 betreut nur das Linzer Stadtgebiet, es gibt noch Stellen in ein paar anderen oberösterreichischen Städten, an die sie Anrufer*innen weiterleiten könne, aber eine bundeslandweite, einheitliche Versorgung gibt es nicht. Isolde Waltenberger Laut Erhebungen von B37 sind es 82 Personen, die in Linz wohnungslos sind und auf der Straße wohnen. Diese Zahl beinhaltet aber nur diejenigen, die in Österreich Anspruch auf Sozialleistungen haben, die Gruppe an wohnungslosen Menschen ist eigentlich größer. Im Alltag versorgen Waltenberger und ihre Kolleg*innen ihre Klient*innen schon im Herbst mit Schlafsäcken und warmen Gewand, so dass sie für den Winter gut ausgerüstet sind. Sie kommen auch teils für die Kosten der Notschlafstelle auf oder Personen können sich mit der Adresse von B37 bei Behörden melden. So können sie dort ihre Post empfangen. Das Kältetelefon von B37 ist von November bis Ende März jeweils Dienstag und Donnerstag von 10-12 Uhr unter 0732 77 67 67 – 560 oder linzer-kaeltetelefon@b37.at erreichbar. Falls eine Person akut Hilfe benötigen sollte, rufen Sie bitte die Rettung unter 144.
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Folge vom 14.01.2026Wende im AntifaGraz25 Prozess: Staatsanwaltschaft hat unzureichend ermittelt | Soli-Demo für die AngeklagtenWende im AntifaGraz25 Prozess: „Die Staatsanwaltschaft ist ihren objektiven Ermittlungspflichten meiner Meinung nach nicht nachgekommen“ – Julia Kolda (Anwältin) Vom 7.-8. Jänner fand nun der Prozess gegen die sieben Grazer Antifaschist:innen statt, angesetzt wäre der Repressionsprozess bis 9. Jänner gewesen, durch neue Entwicklungen wurde er auf März vertagt. Am ersten Verhandlungstag wurden die Angeklagten befragt, am zweiten Tag kamen der Geschädigte, seine Frau, weitere Zeug:innen und ein Sachverständiger zu Wort. Während sich das Gericht und die Staatsanwaltschaft die Verletzungen des Geschädigten zunächst ausschließlich im Sinne der Anklage erklärten (durch aktive Gewalteinwirkung), relativierte ein orthopädisches Sachverständigengutachten nun diese Einschätzung. Demnach könnten die festgestellten Verletzungen nicht ausschließlich durch Gewalteinwirkung entstanden sein, sondern auch durch einen Sturz. Das Gutachten wurde nicht von der Staatsanwaltschaft oder vom Gericht, sondern auf Antrag der Verteidigung des Geschädigten eingeholt. In der Hauptverhandlung wurden damit Ermittlungsfragen behandelt, die üblicherweise bereits im Vorfeld durch die Staatsanwaltschaft geklärt werden hätten müssen. Nur durch die harte Anklage des schweren Raubs und die Ermittlungen zu einer kriminellen Vereinigung, waren die brutalen Hausdurchsuchungen, die Interpol-Fahndung und die sechswöchige Untersuchungshaft einer Person überhaupt möglich. Wie die Wende im Prozess durch das Gutachten zustande kam und was das für den weiteren Prozess bedeutet, klären wir mit den Anwältinnen der Angeklagten, Julia Kolda und Pia Kern. Hier könnt ihr der Solidaritätskampagne zum AntifaGraz25 Prozess auf Instagram folgen. „Wir kämpfen weiter bis jeder Mensch unabhängig von Hautfarbe, sexueller Orientierung oder Geschlechts in Freiheit leben können!“ – Soli-Demo für die Angeklagten Am Donnerstag, den 8. Jänner, fand nach dem Ende des zweiten Prozesstages in Graz eine Solidaritätskundgebung mit den Angeklagten statt. Organisiert wurde die Demo am Südtirolerplatz von der Offensive gegen Rechts. Im zweiten Beitrag heute hört ihr drei Reden, die auf der Demonstration gehalten wurden: In der ersten Wortmeldung hört ihr eine Person aus der Soli-Gruppe der Angeklagten. Darin werden die gewaltvollen Repressionsmaßnahmen im Vorfeld des Prozesses thematisiert und welche Auswirkungen sie für die Angeklagten hatten. Im zweiten Beitrag spricht eine Person, die beim G.OAT – Grazer Offenen Antifaschistischen Treffen organisiert ist, über den Prozess und die massiven Versäumnisse der Staatsanwaltschaft. Im letzten Beitrag gibt es noch eine allgemeine Einordnung von einer Person der Offensive gegen Rechts zur Repression gegen Antifaschist:innen im Jahr 2025.
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Folge vom 14.01.202625 Jahre WikipediaDie Onlineenzyklopädie Wikipedia feiert 2026 25 Jahre. Was macht der Verein Wikimedia? Wie entstehen Artikel auf Wikipedia? Die Community Managerin von Wikimedia Österreich Annemarie Buchmann und eine Linzer Wikipedia Autorin Marlen Potje alias Flughund 11 waren zu Besuch im Radio FRO Studio und haben über ihre Arbeit gesprochen und wie sich die Wikipedia über die letzten 25 Jahre hinweg entwickelt hat. Buchmann ist unter anderem dafür zuständig, Stammtische zu organisieren, bei denen sich Wikipedia Autor*innen im echten Leben treffen können. Diese Events seien sehr beliebt in der Community, Potje schätzt es, nicht komplett anonym vor sich hinzuschreiben, sondern realen Austausch zu haben. „Die Wikipedia wird von Menschen geschrieben, die eine Freude daran haben, dass sie eine Enzyklopädie schreiben.“, so beschreibt Buchmann die Personen, die ehrenamtlich die Enzyklopädie befüllen. Das ist auch strikten Regeln unterlegen, zum Beispiel dürfen nur Bürgermeister*innen eine Seite bekommen, deren Städte mehr als 20.000 Einwohner*innen haben. Relevanz hat in der deutschen Wikipedia einen sehr hohen Stellenwert. Die Regeln sind über die Sprachen hinweg nicht einheitlich. Für englischsprachige Autor*innen gebe es zum Beispiel größere Hürden überhaupt Artikel verfassen zu dürfen. Wikipedia wird als Quelle nicht gerne gesehen und gilt gemeinhin als unzuverlässig. Eine Kritik, die Buchmann und Potje damit entschärfen, dass gedruckte Enzyklopädien veraltete Informationen beinhalten können, schon im Moment wo sie gedruckt werden. Wikipedia kann im Gegensatz immer aktuell gehalten werden. Es komme zwar vor, dass „Vandalismus“ betrieben wird, aber die Community achte auf ihre Einträge und würden sehr zeitnah korrigieren. Potje bringt als Beispiel den Berg „Loser“, wo Personen manchmal „Ha, ha Loser (Anm: das englische Wort für Verlierer*in)“ dazuschreiben würden. Marlen Potje hat angefangen Artikel zu verfassen, um mehr weibliche Künstlerinnen sichtbar zu machen, das sei ein großes Anliegen für sie. Allgemein möchte Wikimedia, das der gemeinnützige Verein hinter Wikipedia, dass Frauen sichtbarer werden. Die Vereinigung FemNetz spricht feministische Themen an und möchte erreichen, dass mehr Frauen und genderqueere Personen Autor*innen für die Wikipedia werden. Bei der jährlichen Veranstaltung für Wikipedia Autor*innen, der WikiCon, seien letztes Mal so viele Frauen wie noch nie erschienen, so Buchmann. Es komme zu einer demografischen Veränderung, auch weil die jüngeren Generationen nachrücken würden, ist sie überzeugt. Headerbild: By EWilson (WMF) – Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=114282186