Sobald wir eine Erkältung haben oder wenn die Tage kürzer werden, wollen wir uns etwas Gutes tun. Am besten mit einem Vitaminpräparat - womöglich einem Multivitaminpräparat. Vergessen Sie es! Mit einer ausgewogenen Ernährung, am besten mediterran, bekommen wir genug Vitamine.
Peter Ballmer ist Spezialarzt für Innere Medizin und emeritierter Professor an der Uni Zürich. Sein Spezialgebiet ist die Ernährung. Entsprechend kennt er sich auch mit den Supplementen aus.
Die einzigen Vitaminpräparate, die Sinn machen sind Vitamin B12 für Menschen, die sich vegan ernähren und Vitamin B9, besser bekannt als Folsäure, für Frauen in der Schwangerschaft.
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Der «Ratgeber» ist Lebenshilfe für Menschen von heute. Er gibt Tipps und informiert über Themen, die einen im Alltag beschäftigen. Die Sendung soll anregen, aufklären und motivieren, etwas Neues auszuprobieren.
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Folge vom 11.09.2026Vitaminpräparate: Fast immer sinnlos - mit zwei Ausnahmen
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Folge vom 10.09.2026«Vitamin-C-Mangel» - eine Erfindung der Schweizer PharmaindustrieDer Hals kratzt und schon wollen wir uns etwas Gutes tun, am besten mit einer Vitamin-C-Tablette. Dieses Bedürfnis hat die Pharmaindustrie in uns geweckt. Dabei war das synthetische Vitamin C in den 1930er-Jahren ohne Verwendungszweck erfunden worden. Diesen schuf erst die Marketingabteilung. Damals hiess sie noch Propagandaabteilung, als in den 1930er-Jahren Vitamin C gratis an Ärzte abgegeben wurde. Diese verteilten es munter an ihre Patientinnen und Patienten. Der Hype um Vitamin C gegen Erkältungen und zur Stärkung des Immunsystems war geboren. Und er hält bis heute an. Beat Bächi ist Medizinhistoriker und hat die Karriere des Vitamin C erforscht. «Das Interessante am Vitamin C ist, dass man einen Stoff hatte, aber nicht wusste, wofür er gut war.» Also wurde experimentiert, zum Beispiel mit Strumpfhosen, die mit Vitamin C angereichert waren oder Vitamin C Zigaretten. Erst die Abgabe via Ärzteschaft brachte den Durchbruch. Es erstaunt den Wissenschaftler nicht, dass das Vitamin C in den 1930er-Jahren aus Supplement auf fruchtbaren Boden fiel. Nach einem ersten Weltkrieg und der Weltwirtschaftskrise entdeckten die Menschen die Selbstoptimierung. Gesunde tun etwas für Ihre Gesundheit - das gilt bis heute.
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Folge vom 09.09.2026Vitamine A, E und KDie Vitamine A, E und K fallen fast ein bisschen ab, neben dem Vitamin C und dem Vitamin B12, das seit vegan gegessen wird, immer wieder Thema ist. Grundsätzlich sind alle Vitamine wichtig, sagt Stéphanie Bieler von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung. Vitamin A ist gut für unsere Augen. Das heisst nicht, dass wir jetzt ohne Ende Rüebli essen müssten. Durch ausgewogene Ernährung bekommen wir alle Vitamine, die wir brauchen. Und Vitamin A kommt sowieso nicht in tierischen Produkten vor. Im Rüebli ist Beta-Carotin, eine Vorstufe des Vitamin A. Mit Hilfe von Fett wandelt der Körper Beta-Carotin in Vitamin A um. Vitamin E schützt unser Blut und unsere Zellwände. Auch davon bekommen wir mit Öl, Kernen, Samen und Nüssen hinreichend. Vitamin K schliesslich ist gut für die Blutgerinnung und unsere Knochen. Auch da: Kein Mangel in Sicht in unseren Breitengraden, wenn man sich ausgewogen ernährt.
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Folge vom 08.09.2026Vitamin B und CVitamin C ist wohl das bekannteste Vitamin. Immer mehr hört man auch von Vitamin B, besonders von Vitamin B12. Für Veganerinnen und Vegetarier ist wichtig, dass sie dieses dem Körper speziell zuführen, da sie kein bzw. ungenügend Vitamin B12 aus ihrer Ernährung erhalten. Vitamin B12 nimmt man nur über tierische Produkte zu sich. «Ein Mangel an Vitamin B12 ist tückisch», sagt Stéphanie Bieler, Fachexpertin bei der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE). Die Speicher an B12 seien lange voll, einen Mangel stelle man oft sehr viel später fest. Auch wichtig ist das Vitamin B9, besser bekannt unter dem Namen Folsäure. Besonders Schwangeren wird empfohlen, schon vor der Schwangerschaft Folsäure zu sich zu nehmen. Genügend Folsäure wirkt präventiv gegen Missbildungen bei der Entwicklung des Kindes.