Tiere im HetztheaterIm 18. Jahrhundert war das "k.k. priv. Hetzamphitheater unter den Weißgerbern" das größte Theater Wiens. Jede Woche fanden dort blutig inszenierte Tierkämpfe vor bis zu dreitausend Zuschauern statt. Unzählige Bären, Wölfe, Ochsen, Hunde, Katzen und Affen, die aufeinander losgelassen wurden, fielen über Jahrzehnte der Schau- und Sensationslust zum Opfer. Die Tradition derartiger Tierkämpfe reicht bis in die Antike zurück. Das erste Hetztheater im frühneuzeitlichen Europa entstand Mitte des 16. Jhs. in London; im 18. Jh. finden sich derartige Etablissements in vielen europäischen Städten, mehrere davon auch in Wien. Erst als in der Aufklärung die Kritik an diesen grausigen Spektakeln immer lauter und auch Tiere immer mehr als leidensfähige Wesen betrachtet wurden, fanden die Hetztheater ein Ende. (Wh. v. 20. 01. 2025) - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet am 19. 03. 2026.Gestaltung: Sabrina Adlbrecht
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Folge vom 19.03.2026Bär gegen Wolf
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Folge vom 18.03.2026Wie legitim ist Luddismus?Vom Maschinensturm zur KI-KritikDer Luddismus entstand 1811 in Nottingham, im darauffolgenden Jahr verbreitete sie sich über ganz England. Bei ihren Protesten zerstörten die Ludditen zahlreiche Woll- und Baumwollspinnereien, da die neuen Maschinen den Einsatz ihrer Arbeitskraft überflüssig gemacht hatten. Linke wie rechte Strömungen gingen mit ihrer Ideologie hart ins Gericht: Vertreter des Liberalismus und später der Sozialdemokratie und des Leninismus verurteilten die Ludditen als reaktionär und technikfeindlich. Im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz und dem Eindringen der Digitalisierung in sämtliche Lebensbereiche stellen sich Fragen der Ludditen aufs Neue: Sind manche Erfindungen und technische Neuerungen per se demokratiegefährdend oder kommt es nur auf ihren richtigen Einsatz an? - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 18. 03. 2026.Gestaltung: Alexander Behr
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Folge vom 17.03.2026Parasomnien: Wenn der Schlaf verrücktspieltEin LKW-Fahrer, der nachts mit seinem tonnenschweren Fahrzeug über die Autobahn brettert und sich danach an nichts erinnern kann; ebenso wie der Mann, der im Schlaf sexuell übergriffig wird oder die Frau, die im Bett unbewusst wilde Tanzbewegungen macht: All das sind Beispiele für so genannte Parasomnien, für ungewöhnliche und unerwünschte Verhaltensweisen oder Erlebnisse, die während des Schlafs auftreten können - häufiger bei Kindern bis zur Pubertät, aber auch bei einem geringen Prozentsatz von Erwachsenen. Das bekannteste, wenn auch bei weitem nicht einzige Beispiel für diese Art von Störung ist das Schlafwandeln. Weniger bekannt sind etwa der "Nachtschreck" oder die Schlaflähmung. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 17. 03. 2026.Gestaltung: Sabrina Adlbrecht
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Folge vom 12.03.2026Das Ende der Opferthese40 Jahre "Waldheim-Affäre"Anfang März 1986 erschien der erste Artikel im Nachrichtenmagazin "Profil": "Waldheim und die SA". Die folgenden Debatten um die Kriegsvergangenheit des damaligen Bundespräsidentschaftskanditaten Kurt Waldheim veränderten den Blick auf die jüngere Geschichte diametral: Die offizielle Selbstdarstellung Österreichs als Opfer des NS-Regimes ohne jegliche Mitverantwortung an seinen Verbrechen wurde unhaltbar. Waldheims sich verteidigende Aussage von der "Pflichterfüllung" als Soldat machte die Widersprüchlichkeit der österreichischen Geschichtspolitik - zwischen Opfermythos und Gefallenengedächtnis - deutlich. Die "Waldheim-Affäre" markierte die Zäsur im österreichischen Geschichtsbewusstsein um die NS-Vergangenheit. Der Konflikt war allerdings auch Teil einer gesamteuropäischen Entwicklung. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 12. 03. 2026.Gestaltung: Rosemarie Burgstaller