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Auf den Tag genau Folgen
Aus dem Kiez in die Welt, von der Oper in den Boxring – mit täglich einer Zeitungsnachricht aus der Hauptstadtpresse heute vor 100 Jahren tauchen wir ein in die Fragen und Debatten, die das Berlin von 1920 bewegten. Halte dich informiert und bleib auf dem Laufenden über eine Welt, die uns heute doch manchmal näher ist, als man meinen möchte. Die aktuelle Staffel „Hamburg und die Welt vor 100 Jahren“ entsteht in Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften in Hamburg und präsentiert Zeitungsartikel aus Hamburger Tageszeitungen. Es gilt weiterhin: bis morgen! Die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und die Hapag-Lloyd Stiftung unterstützen die Pilotphase des Geschichtspodcast finanziell. Mit Dank an Andreas Hildebrandt für den Jingle und Anne Schott für die Bildmarke.
Folgen von Auf den Tag genau
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Folge vom 25.10.2022Schulschließungen im WinterAngesichts des kommenden Winters, der Energiepreise und dem Gasmangel ist es leider nicht total übertrieben, sich zu fragen, ob im Winter die Schulen durchgängig beheizt werden können. Ein Vorschlag der Kultusminister:innen und -senator:innen, die Winter- oder Weihnachtsferien zu verlängern, um Energie zu sparen, ist im Bereich des Denkbaren. So geschehen vor genau 100 Jahren, damals allerdings aufgrund des Kohlenmangels. Der Vorwärts vom 25. Oktober 1922 referiert Zuschriften von aufgebrachten Eltern, die nach anderen Lösungen verlangen und auch konkrete Vorschläge machen, um verlängerte Ferien zu verhindern. Paula Leu liest.
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Folge vom 24.10.2022Die Uhr ohne TicktackDass viele kleine Schwingungen sich in bestimmten Konstellationen überlagern können und zu einer großen Schwingung auswachsen, ist ein bekanntes Phänomen. Das Ergebnis sind die eindrücklichen Videos von wild sich wellenden Brücken, die irgendwann zusammenbrechen. Seit diese Zusammenhänge bekannt sind, sucht man auch nach einer produktiven Nutzung dieser physikalischen Addition. Unter anderem eine Uhr mit schwingendem Pendel, ohne Tick-Tack, hat die Berliner Morgenpost am 24. Oktober 1922 diesbezüglich im Angebot. Was man sonst noch an Innovationspotential anvisierte, weiß Frank Riede.
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Folge vom 23.10.2022Königskrönung in RumänienNach zweidreiviertel Jahren und über 1000 Folgen Podcast kennt zumindest einmal die europäische Landkarte von Auf den Tag genau nicht mehr allzu viele große weiße Flecken. Zu den wenigen, die es doch noch gibt, zählt der von der Berliner Tagespresse der 1920er Jahre wenig beachtete östliche Balkan, weshalb wir uns heute dankbar auf einen Artikel aus der Vossischen Zeitung vom 23. Oktober 1922 stürzen, der uns nach Siebenbürgen führt. Seit dem Weltkrieg zu Rumänien gehörig, war dessen historische Hauptstadt Alba Iulia – das alte, nach dem Vater Maria Theresias benannte Karlsburg – nun Schauplatz einer spektakulären Krönungszeremonie, in der der bereits seit 1914 amtierende rumänische König Ferdinand I. aus dem Hause Hohenzollern und seine Frau Maria zu König und Königin des sich erheblichen Territorialgewinnen des Weltkriegs verdankenden Großrumäniens krönen ließ. Dabei war, als angeblich einziger deutscher Pressevertreter, Georg Strelisker. Und für uns Paula Leu.
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Folge vom 22.10.2022Mengelberg mit dem Concertgebouw in BerlinDass das Amsterdamer Concertgebouw Orchester heute zu den führenden Klangkörpern der Welt zählt, wird nachhaltig noch immer auf das langjährige Wirken Willem Mengelbergs zurückgeführt. Stolze fünfzig Jahre, von 1895 bis 1945, stand Mengelberg als Chefdirigent an dessen Spitze, und weit über die Grenzen der Niederlande strahlte der Glanz dieser glücklichen künstlerischen Langzeitbeziehung aus. So auch nach Berlin, wo im Herbst 1922 ein Gastspiel des Concertgebouw mit Werken von Beethoven, Weber und Richard Strauss sowie Gustav Mahlers Achter Symphonie auf dem Programm stand. Letztere wurde mit besonderer Spannung erwartet, weil Mengelberg mit Mahler persönlich befreundet war und seinen Mahler-Interpretationen deshalb vielfach Referenzcharakter zugesprochen wurde und teilweise auch heute noch wird. Für die Deutsche Tageszeitung vom 22. Oktober 1922 berichtete aus der Berliner Philharmonie Hermann Springer, für uns Frank Riede.